Welttag des Buches

Am 23. April beging die 9Sn mit ihrer Fachlehrerin Ulrike Lützen den Welttag des Buches, „el día del libo“, zu dem man sich in Spanien nicht nur ein Buch, sondern auch eine Rose schenkt.

Diese Tradition wird am Ratsgymnasium seit vielen Jahren mitgepflegt und findet auch ihren Niederschlag in der Bibliothek der Schule, wo Bibliotkeskraft Doris Nickau und deren Leiterin Sigrid Baden-Schirmer einen umfangreichen Büchertisch für interessierte Schülerinnen und Schüler zusammengestellt hatten.

Tag der Offenen Tür am Ratsgymnasium Rotenburg

„Tag der Offenen Tür 2018“ am Ratsgymnasium

Alle Jahre wieder ist es kurz nach den Halbjahreszeugnissen soweit: An den Grundschulen fangen die Viertklässler und deren Eltern an zu überlegen, wie es nach den Sommerferien weitergehen soll, und an den weiterführenden Schulen öffnen sich allenthalben die Türen, um Eindrücke zu vermitteln, wie dort der Alltag aussieht. So auch am Ratsgymnasium, wo es am vergangenen Freitag soweit war.

Tag der Offenen Tür am Ratsgymnasium RotenburgGut 300 Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern hatten sich auf den Weg in die Gerberstraße 14 gemacht, um sich am und über „das Rats“ zu informieren. Ab 15:00 Uhr gab es Führungen durch das Gebäude, die Unterrichts- und Fachräume, die Cafeteria und die Bibliothek sowie – für einige Eltern, die selbst die Schule besucht hatten ein echtes Highlight – das Allerheiligste, das Lehrerzimmer.

Für die Kinder waren indes andere Dinge spannend: die Mitmachexperimente der Physiker und Chemiker während der Führungen ließen Glühbirnen und Kinderaugen leuchten, brachten Schokoküsse in XXL-Format und Haare zum zu Berge stehen. In der Biologie wurde Haien ins Maul und Katzen genau auf die Knochen geschaut, in den Musikräumen präsentierten sich die Streicher- und Bläserklassen mit Privatkonzerten.

Tag der Offenen Tür am Ratsgymnasium RotenburgWährend der sich an die Führungen anschließenden Informationsveranstaltungen für die Eltern, die in der Aula stattfanden, konnten sich die noch-Grundschüler mit dem Ratsgymnasium sowie zahlreichen der aktuellen Schülerinnen und Schüler sowie Kolleginnen und Kollegen bekannt machen. In der Schulstraße gab es zahlreiche Aktivitäten und Präsentationen, die den Alltag am Gymnasium in all seinen Facetten präsentierten.

Das Fach Latein lud ein zu römischen Spielen und zum Ausprobieren von historischen Schreibutensilien, die Fremdsprachen gaben Einblicke in Austausche und Exkursionen, in der Cafeteria konnten die von Oberstufenschülern im Rahmen des Seminarfaches gebauten Stationen der Miniphenomenta ausprobiert werden.

Besonders großen Anklang fand die ZirkusAG, die Tricks und Kunststücke vorführte, die Gäste aber auch sehr erfolgreich dazu brachte, diese ebenfalls auszuprobieren. Da fehlte den Schülerinnen und Schülern der Grundschulen am Ende nur ein selbstgemachter Button und eine selbst im Siebdruckverfahren hergestellte Urkunde, um zufrieden nach Hause zu gehen und sich auf das nächste Schuljahr zu freuen.

Lesung zu Hanns Lilje am Ratsgymnasium Rotenburg

„Das aufregende Rennen mit dem Tod hat begonnen…“ – Lesung zu Hanns Lilje

Mit dieser scheinbar lapidaren Feststellung dokumentiert der Theologie Hanns Lilje im Jahr 1944 den Beginn seiner Haft in Zelle 176 in einem der vielen Berliner Gestapo-Gefängnisse. Vorausgegangen war eine über Jahre andauernde Bespitzelung und Beschattung – nicht umsonst kamen Lilje die Männer vor seiner Tür bekannt vor, waren sie ihm doch bei verschiedensten Gelegenheiten im Alltag wenig zufällig über den Weg gelaufen. In den nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 weiter verschärften Verhaftungs- und Säuberungswellen war auch Lilje verstärkt ins Visier der Nationalsozialisten geraten, obgleich er kein Widerstandskämpfer im eigentlichen Sinne war. Vielmehr verstand er sich als Christ, der den Grundsätzen seines Glaubens verpflichtet war. Zwar war er als bekennender Konservativer zunächst von den revanchistischen und revisionistischen Ideen Hitlers angetan, hatte sich aber bald erschrocken von der menschenverachtenden Ideologie der Nazis abgewandt. Dies und seine zahlreichen internationalen, theologisch geprägten Kontakte machten ihn verdächtig.

In der Aula des Ratsgymnasiums lauschten gut 100 Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs einer im Rahmen des Religionsunterrichts angesetzten Lesung aus Liljes Tagebüchern, die als Veranstaltungsreihe von der Hanns-Lilje-Stiftung in Hannover gefördert und begleitet wird. Nach Rotenburg gekommen waren als Lesende die Schauspielerin Hanna Legatis, selbst Enkelin Liljes, und der Theaterautor Martin-G. Kunze. Sie haben aus den Tagebüchern eine knapp einstündige Lesung entwickelt, die anhand verschiedener Episoden die Zeit Liljes in der Gestapo-Haft betrachtet. Ihr intensiver und lebendiger Vortrag wird unterstützt durch begleitendes Bildmaterial aus dem Bundesarchiv, aber auch aus privaten Beständen der Familie.

Den Wendepunkt stellte für Lilje die Vereinnahmung der christlichen Kirchen in Deutschland durch den Nationalsozialismus dar. Als Redner, Schriftsteller und Prediger nutze er sein großes Publikum, um sich hiergegen zur Wehr zu setzen. In den Wochen nach dem 20. Juli wurde Lilje gemeinsam mit anderen Regimegegnern verhaftet, verhört und teils brutal gefoltert. Im Gegensatz zu zahlreichen seiner Mithäftlinge überlebte Hanns Lilje die Haft und konnte nach dem Krieg seine Erinnerungen niederschreiben. Es entstand das nach Psalm 23 betitelte „Im Finstern Tal“, ein bewegendes Zeitdokument, in dem Lilje eine messerscharfe Betrachtung des Systems und seiner Helfer gelang, in der er mit pointierter Ironie zu beschreiben und zu berichten wusste.

Für das Publikum am Ratsgymnasium, die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs, wurden so Personen und Orte beinahe greifbar, die so mehr waren als nur historische Notizen. Nicht zuletzt die familiäre Verbindung ergriff die Anwesenden. Im abschließenden Gespräch wurden Fragen nach dem Umgang mit erlittenem Unrecht, nach der Schuld der anderen, nach Verdrängung und dem Weiterleben in einer Gesellschaft, die aus Tätern und Opfern bestand, diskutiert. Schulleiterin Iris Rehder, auf deren Initiative die Einladung an Hanna Legatis und Martin-G. Kunze den Weg in die Gerberstraße gefunden hatten, sowie die organisierende Religionslehrerin und Bibliotheksleiterin Sigrid Baden-Schirmer zeigten sich dann auch am Ende bestätigt in ihrem Bemühen, gesellschaftliche und religiöse Themen auch in dieser Form für die Schülerschaft erfahrbar zu machen.

Berufsinformationstag am Ratsgymnasium

Berufsinformationstage am Ratsgymnasium – aber eben nicht nur für Ratsgymnasiasten

Zum insgesamt 17. Mal finden am 23. und 24. Januar 2018 die Berufsinformationstage unter der Ägide von Studiendirektor Friedhelm Horn am Ratsgymnasium statt. Mitorganisiert werden sie vom Vorstand des Freundeskreises der Schule und unterstützt von Unternehmen, Institutionen und Behörden im gesamten Landkreis. Aber auch überregionale, sogar auf dem Weltmarkt aktive und erfolgreiche Unternehmen sind da, um um die klügsten Köpfe zu werben.

Dem Freundeskreis ist es abermals gelungen, ein überaus attraktives und abwechslungsreiches Spektrum an Referenten zu gewinnen, die die Schülerinnen und Schüler in der Konkretisierung ihrer beruflichen Vorstellungen unterstützen wollen. Neben diversen Fachvorträgen in den eigens zur Verfügung gestellten Räumen finden sich in der Pausenhalle der Schule auch zahlreiche Informationsstände, die zum Gespräch einladen.

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10-12 des Ratsgymnasiums sind für die Tage eigens vom Unterricht freigestellt, aber auch die umliegenden Schulen sind informiert und eingeladen. Schülerinnen und Schüler beispielsweise der Berufsbildenden Schulen und der IGS sind gern gesehene Gäste und erhalten von ihren Schulleitungen ausdrücklich die Möglichkeit, an der Veranstaltung teilzunehmen.

Wer sich im Vorfeld über das Programm informierten möchte, kann dieses ab Mittwoch auf der Homepage des Ratsgymnasiums einsehen.

„Vive l’amitié!“ – Deutsch-Französischer Tag am Ratsgymnasium

Schulleiterin Iris Rehder, Framdsprachenassistentin Pauline Prunier und Europaschulkoordinatorin Susanne Rohde eröffnen die Veranstaltung.

Zu Beginn der ersten großen Pause schallte die Europahymne durch die gut gefüllte Pausenhalle des Ratsgymnasiums. Bereits bei der Ankunft in der Schule war zahlreichen Schülerinnen und Schülern die französische und deutsche Flagge am Haupteingang an der Gerberstraße aufgefallen. Nun standen und hingen überall im Erdgeschoss Stellwände und Plakate mit Informationen zum Nachbarn im Westen. Einigen dämmerte es bereits: Deutsch-Französischer Tag!

Zur Feier des 55. Jahrestages des Élysée-Vertrages, mit dem am 22. Januar 1963 die Freundschaft zwischen beiden Ländern besiegelt wurde, hatte sich die Fachgruppe Französisch unter der Leitung von Fachobfrau Pamela Rößler allerhand Landesspezifisches einfallen lassen. Unterstützt wurde die Fachgruppe von der seit Oktober an der Schule tätigen Fremdsprachenassistentin Pauline Prunier, die gleichzeitig als Repräsentantin Frankreichs fungierte.

In ihren begrüßenden Worten wies Mittelstufenkoordinatorin und Französischlehrerin Susanne Rohde, die auch in ihrer Eigenschaft als Vorstandsmitglied des Deutsch-Französischen Partnerschaftsvereins sprach, auf die Bedeutung des seit 2004 an den Schulen beider Länder gefeierten Deutsch-Französischen Tages hin.

Pauline Prunier nutzte die Gelegenheit, sich der breiten Schulöffentlichkeit vorzustellen und auf ihre eigenen Erfahrungen in Deutschland und mit den deutschen Schülerinnen und Schülern einzugehen. Für sie sei es etwas ganz Besonderes, diesen Tag einmal in einer Schule des Partnerlandes aktiv mitgestalten zu können.

Auch Schulleiterin Iris Rehder hob die Bedeutung der einmaligen Übereinkunft zu einer aktiven Friedensgestaltung zweier ehemaliger Kriegsgegner hervor und betonte die Rolle der Fremdsprachen in diesem Prozess.

Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrgangs tragen einen französischen Rap vor.

Fachobfrau Pamela Rößler erläuterte, wie die verschiedenen Französischklassen und -kurse des Ratsgymnasiums den Tag vorbereitet hatten: Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 6-10, die in insgesamt 13 Lerngruppen die Fremdsprache lernen, haben jeweils zu einer der 13 französischen Regionen („régions“) recherchiert und informative Plakate gestaltet. Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufenkurse haben sich hingegen mit dem Élysée-Vertrag und der deutsch-französischen Geschichte befasst – nebenbei auch Thema des Semesters. Die entstandenen Ergebnisse bleiben in den nächsten Tagen in der Pausenhalle ausgestellt, ehe sie im kommenden März beim Besuch der beiden Partnerschulen des Ratsgymnasiums in Sainte-Foy-La-Grande, die jeweils ähnliche Projekte durchgeführt haben, bei deren Besuch in Rotenburg abermals ausgestellt werden.

Übrigens wurde auch dort der besondere Tag ausgiebig gefeiert: In der Schulkantine gab es deutsches Essen, die Pausen wurden statt mit einem Gong mit deutscher Musik eingeläutet – so kam auch wieder Nenas Klassiker „99 Luftballons“ zu Ehren.

Ebenso musikalisch und kulinarisch fand die Feier am Ratsgymnasium in der zweiten Pause ihren Abschluss: nach einem mit viel Spaß und Verve von den Schülerinnen und Schülern des ersten Lernjahres in Klasse 6 vorgetragenen Rap über die Unbilden des morgentlichen Aufstehens wurden „Galettes des Rois“ gereicht, herzhafte Pfannkuchen nach französischer Art, die in erstaunlicher Geschwindigkeit in den Bäuchen des Publikums verschwanden.

Über den Wolken – Ratsgymnasiasten fahren Ski!

26 wintersportbegeisterte Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs am Ratsgymnasium verbrachten eine unvergessliche Woche in Europas höchsten Skigebiet in Val Thorens in den französischen Alpen. Bereits seit 20 Jahren können die Ratsgymnasiasten den Kurs „Alpiner Skilauf“ als benoteten Sportkurs mit in die Abiturwertung einbringen. Um auf die technischen und konditionellen Anforderungen bestens vorbereitet zu sein, beginnt jeweils nach den Sommerferien in besonderen Kursen ein spezielles und genau auf die Bedürfnisse abgestimmtes Fitnessprogramm.

Auf den Skipisten werden dann im Winter auf unterschiedlichen Niveaustufen vom Könner bis zum Anfänger sechs Stunden Unterricht pro Tag abgehalten. Mit Engagement und Lernbereitschaft haben die Ratsgymnasiasten auch in diesem Jahr wieder das Skifahren entweder neu erlernt oder ihre Fähigkeiten weiter optimiert. Am Ende des sechstägigen Skikurses stand eine praktische Prüfung auf dem Programm, bei der die Teilnehmer ihre gelernten Fertigkeiten unter den kritischen Augen der begleitenden Sportlehrkräfte Michael Plötz und André Artinger unter Beweis stellen mussten.

Die Unterbringung erfolgte in einem Appartement Hotel, so dass die Schülerinnen und Schüler selbstständig einen Speiseplan erstellen, ihre Einkäufe tätigen und die Speisen zubereiten mussten.

Voll gepumpt mit frischer Luft, neuen Erfahrungen und tollen Erlebnissen kehrten alle Teilnehmer zufrieden nach Hause zurück und weil es so schön war, wird die nächste Fahrt für das Jahr 2019 bereits geplant.

Winterball 2017

Der kalendarische Jahresabschluss hat für das Ratsgymnasium einen markanten Termin: Den Winterball. Seit nunmehr drei Jahren wird er organisiert und ausgerichtet vom Schulelternrat, dem Freundeskreis der Schule und den Schülerinnen und Schülern. In seiner kurzen Bestehenszeit ist er aber bereits zum festen Bestandteil der gesellschaftlichen Ereignisse in und um Rotenburg geworden. Dies lässt sich nicht nur an der ausgesprochen eleganten Garderobe ablesen, die alle Gäste des Balls auch in diesem Jahr zeigten, sondern besonders eben an der hohen Zahl aktueller und ehemaliger Schülerinnen und Schülern des Ratsgymnasiums, die auch in diesem Jahr den Weg in das „Haus Niedersachsen“ der Rotenburger Werke gefunden hatten.

Eines wurde an diesem Freitagabend abermals sehr deutlich: Der Winterball ist gerade für die Alumni eine tolle Gelegenheit, mit der Schule in Kontakt zu bleiben, mit den ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschülern, aber eben auch den anwesenden Lehrkräften wie Schulleiterin Iris Rehder und Stellvertreter Jonas Kruse den Austausch zu suchen. Auch ehemalige Lehrkräfte des Ratsgymnasiums sind gerne zu Gast.

Es waren also auch an diesem Abend neben vielen tanzenden, lachenden und sich vergnügenden Gästen auf und an der Tanzfläche eine Vielzahl an Gästen im Gespräch vertieft zu sehen. Einige trafen sich hier zum ersten Mal seit Jahren wieder, andere hatten vor Jahresfrist beim letzten Winterball verabredet, wiederzukommen und angekündigt: „Wir kommen wieder!“  Sie haben Wort gehalten – und das Versprechen erneuert.

So kann dann auch der Winterball 2018 kommen – viele der Gäste am Freitag haben den Termin schon fest verbucht.

 

Fußballturnier der Courage

Pünktlich um 13:30 Uhr war es heute so weit: Nach einer Begrüßung durch den Stellvertretenden Schulleiter Jonas Kruse, der auf die Bedeutung der Veranstaltung hinwies und besonders den Spielern vom Campus Unterstedt dafür dankte, dass Sie den Weg in die Halle abermals gefunden hatten, konnte der Ball beim „Turnier der Courage“ rollen. Bianca Wostbrock, die Leiterin der AG „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“, ließ für alle deutlich vernehmbar die Fanfare der Anzeigetafel ertönen und los ging es.

Gleich im ersten Spiel konnten sich die Gäste vom Campus Unterstedt gegen die Mannschaft des Jahrgangs 11 durchsetzen, wenngleich der 1:0-Siegtreffer etwas glücklich zustande gekommen war. In fair geführten Partien wurden die jeweils ersten und zweiten Plätze der beiden Spielgruppen ermittelt, ehe sich dann schlussendlich die Mannschaft des Jahrgangs 12 als Turniersieger durchsetzen konnte. Die Campusmannschaft konnte also ihren Titel, den sie im vergangenen Jahr so wacker erstritten hatte, nicht verteidigen. Auf den Plätzen landeten auch die Mannschaft der AG sowie die Jahrgangsteams 10 und 11. Entscheidend waren aber neben allem sportlichen Ehrgeiz der Spaß und das gelungene Miteinander.

Ein Blick in die zufriedenen Gesichter des Abschlussfotos zeigt, dass dieses Ziel klar erreicht wurde. Großer Dank gebührt den organisierenden Schülerinnen und Schüler der AG „Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus“, die in der mit Klausuren und anderen Unannehmlichkeiten wie dem Semesterende gut gefüllten Vorweihnachtszeit dieses tolle Turnier auf die Beine gestellt haben.

Ratsgymnasiasten übergeben Experimentierstationen der Miniphänomenta an Grundschüler

Schulleiterin Susanne Enders und ihre gespannten Schüler hatten am Donnerstagmittag sichtlich Freude an den kurios anmutenden Gegenständen, die da in der Aula der Stadtschule aufgebaut wurden: zehn Experimentierstationen konnten die 18 Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs im Seminarfach Physik unter der Leitung von Burkhardt Boehk in die Hände der Schule übergeben.

Entstanden waren die Versuchsaufbauten im Rahmen des Kooperationsverbundes „Förderung besonderer Begabungen“, dem neben der Stadtschule und dem Ratsgymnasium auch die Kantor-Helmke-Schule, die Schule am Grafel sowie die IGS angehören. Die jeweiligen Schulleitungen waren dann auch, ebenso wie die für die Grundschulen zuständige Dezernentin Evelyn Dorweiler und Bürgermeister Andreas Weber gerne gekommen, um durchaus mit Stolz auf die gemeinsame Arbeit zu blicken. Sowohl Susanne Enders in ihrem Grußwort als auch die Schulleiterin des Ratsgymnasiums, Iris Rehder, betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Rotenburger Schulen, um die individuelle Lernentwicklung früh zu fördern. Ziel sei es, in Zukunft auch die AGs an den beteiligten Schulen füreinander zu öffnen und so Projekte anbieten zu können, von denen alle Schülerinnen und Schüler in Rotenburg profitieren können. Bereits jetzt, so ergänzte Susanne Enders, besuchten drei Grundschüler der Stadtschule die die AG „Mathematische Knobeleien“ am Ratsgymnasium.

Evelyn Dorweiler betonte, es gebe in Niedersachsen bereits 90 derartige Kooperationen. Dies sei auch gut so, müsse aber noch weiter ausgebaut werden, schließlich sei es ein „bildungspolitisches Leitziel, besondere Begabungen frühzeitig zu erkennen und zu fördern.“ Dafür aber brauchten die Schülerinnen und Schüler ein ausreichend differenziertes Schulsystem. Mit Spannung verfolge sie hier die anstehenden bildungspolitischen Entwicklungen in Niedersachsen.

Andreas Weber dankte den Ratsgymnasiasten für ihre Arbeit und verwies darauf, dass er ja Erfahrung sowohl mit der Stadtschule als auch dem Ratsgymnasium habe – an beiden war er Schüler. Gewünscht hätte er sich, so Weber, dass solche Kooperationen wie sie nun Gestalt annehmen bereits zu seiner Schulzeit existiert hätten. Die Schülerinnen und Schüler hätten aber sicherlich von ihrer Arbeit für die Grundschule profitiert: Wenn man versuche, anderen etwas beizubringen, dann lerne man eben auch immer selbst etwas.

Burhardt Boehk, Fachobmann Physik am Ratsgymnasium erklärte, die Idee zur Miniphänomenta stamme von der Universität Flensburg und werde von der Nordmetall-Stiftung unterstützt. Aus einer Vielzahl von möglichen Stationen hätten die Schülerinnen und Schüler die nun vorgestellten zehn ausgewählt und gebaut, es sei aber gut vorstellbar, in Zukunft weitere Stationen folgen zu lassen. schließlich gab er die Experimentierstationen zur Benutzung frei – was nicht nur die anwesenden Kinder des Ganztagsbetriebes der Stadtschule gerne annahmen.

Schule macht Kirche – Gottesdienst des Seminarfaches

Mutig war´s, am Freitagabend vor dem langen „Reformationstag-Wochenende“ noch einen Gottesdienst im Rotenburger Ratsgymnasium anzusetzen. Mutig war´s auch, ein sehr umfassendes und viel diskutiertes Thema anzufassen: „Frauen in der Kirche“. Und schließlich ist es durchaus mutig, wenn sich 16 Schülerinnen und vier Schüler des zwölften Jahrgangs im Rahmen eines Seminars auf absolut ungewohntes Terrain wagen und einen kompletten Gottesdienst in der Aula inhaltlich und textlich vorbereiten. Unterstützt wurden sie dabei von Schulleiterin Iris Rehder sowie Superintendentin Susanne Briese.

Die Schulaula wirkte fast wie immer: Im hinteren Teil zahlreiche Einzeltische für Klausuren, im vorderen Teil die üblichen Stuhlreihen. Ganz vorne aber war es anders: ein Altartisch mit Kerzen, Blumen und Kreuz.

„Unser Gottesdienst sollte bewusst hier stattfinden“, begrüßte Iris Rehder die Gäste. Seit mehr als einem Jahr beschäftige sich ihr Kurs mit dem Thema „Frauen in der evangelischen Kirche“. Man habe verschiedene Frauengestalten „von der Reformation bis ins 21. Jahrhundert“ erarbeitet, von denen Schülerinnen einige vorstellten: Katharina von Bora, Luthers Ehefrau, oder Argula von Grumbach, eine wenig bekannte und doch sehr bemerkenswerte Publizistin aus dem 16. Jahrhundert. Aber auch Sophie Scholl, die als Mitglied der „Weißen Rose“ von den Nazis hingerichtet wurde oder Corrie ten Boom, eine niederländische Christin, die im „Dritten Reich“ viele Juden vor der Verfolgung retten konnte, kamen in Spielszenen zu Wort.

Anschließend wurde ein selbstgedrehter Film gezeigt: Schwester Christa Godemann (88), eine Diakonisse aus dem Rotenburger Mutterhaus, wurde unter anderen zu – aus heutiger Sicht – durchaus provokanten Bibelstellen befragt: Danach, so der Apostel Paulus, solle eine Frau in der Gemeinde „nicht lehren“, sondern „still sein“. Schwester Christa kommentierte das kurz und knackig: „Ja, lieber Paulus, so geht das heute nicht!“

Über Frauen, „die sich zu Wort gemeldet haben,“ berichtete Iris Rehder dann auch in der von ihr gehaltenen Predigt. „Das Frauen-Thema gehört ins Reformations-Jubiläums-Jahr“, betonte sie, „denn die Kirchen der Reformation sind die einzigen, die Frauen ordinieren“, also als Pastorinnen zulassen.

Wie in jedem Gottesdienst wurde auch hier viel gesungen, gekonnt von zwei Schülern mit Gitarre und beeindruckendem Gesang angeführt. Zusammen mit Schülerinnen gestaltete Susanne Briese den Abschluss.

Ein Gottesdienst, dem man anmerkte, wie viel Arbeit und Mühe dahintersteckte. Mit Freude vermerkten die Akteure, dass einige ihrer Lehrer und auch ein paar Eltern in die Aula gekommen waren. Es hätten durchaus noch weit mehr sein können. Da war´s dann eben doch wie in der Kirche.

(Text und Bild von Michael Schwekendiek (Rotenburger Kreiszeitung), mit freundlicher Genehmigung)

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