Die 6b des Ratsgymnasiums verlegte am Montag ihr Klassenzimmer in die Cohnscheune. In Deutsch lesen die Schülerinnen und Schüler zurzeit das Jugendbuch „Damals war es Friedrich“, das die Geschichte eines jüdischen Jungen im Nationalsozialismus aus der Sicht seines Freundes erzählt. In Religion beschäftigen sie sich gerade mit der jüdischen Religion. Da lag es nahe in einem fächerübergreifenden Projekt gemeinsam mit den Lehrkräften Regina Koch und Iris Rehder das jüdische Museum in der Cohnscheune zu besuchen. Unter der kundigen Führung von Frau Prof. Dr. Inge Hansen-Schaberg und Michael Göx vom Förderverein Cohn-Scheune erarbeitete sich die Klasse zunächst im Erdgeschoss die Geschichte der Familie Cohn in Rotenburg, indem die Schülerinnen und Schüler in Gruppen mit Hilfe der Ausstellung Einzelheiten über das Schicksal der einzelnen Familienmitglieder herausfanden. Danach konnten sie im ersten Stock ihr Wissen über die jüdische Religion vertiefen. Neben vielen Kultgegenständen zu jüdischen Festen und Bräuchen gab es dort auch einen Nachbau des Thoraschreines aus dem Bethaus in Zeven zu bestaunen. Das Original wurde in der Pogromnacht im November 1938 zerstört. Bei so viel Erkenntniszuwachs kann es kaum verwundern, dass beim abschließenden Lernspiel an den bereit stehenden Tablets nahezu überall hohe Punktzahlen erzielt wurden. Der Heimweg führte an den Stolpersteinen in der Großen Straße vorbei, die an das Schicksal der Familie Cohn und ihrer Angestellten erinnern. Abschließend zeigten sich die Schülerinnen und Schüler davon beeindruckt, im regionalen Museum vor Ort so vielfältige Informationen zu Unterrichtsinhalten zu erfahren, die ihre Lebenswirklichkeit sonst weniger berühren.
Ausflüge und Exkursionen
Der Skikurs 2020 ist gleichzeitig die 25. Fahrt nach Val Thorens
Der Sportkurs „Gleiten auf Schnee und Eis“ verbrachte bereits mit der diesjährigen Fahrt zum 25. Mal in Folge eine unvergessliche Woche in Europas höchstem Skigebiet im französischen Val Thorens.
Unter der Leitung der begleitenden Lehrkräfte Martina Lechner-Domhardt, André Artinger, Christoph Baumann, Michael Plötz sowie des Bundesfreiwilligendienstlers Maximilian Graf bot das Ratsgymnasium seinen Schülern vom 10.-19. Januar die Möglichkeit, einen benoteten Skikurs für die Abiturwertung einzubringen.
Jeden Tag wurde sechs Stunden in drei unterschiedlichen Niveaustufen von Anfänger bis zum Könner Skiunterricht abgehalten. Mit großer Begeisterung und Lernbereitschaft haben dann insgesamt 26 wintersportbegeisterte Schülerinnen und Schüler das Skifahren neu erlernt beziehungsweise ihre Fähigkeiten weiter verbessert. Am Ende des sechstägigen Skikurses stand eine praktische Prüfung auf dem Programm, in der die Teilnehmer ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten präsentieren mussten.
Im Vorfeld der Fahrt absolvierten die Teilnehmer bereits seit den Sommerferien einen wöchentlichen Fitnesskurs, um möglichst optimal auf die konditionellen Anforderungen des alpinen Skilaufs vorbereitet zu sein.
Die Unterbringung vor Ort erfolgte in einem Appartement Hotel, so dass die Schülerinnen und Schüler selbstständig einen Speiseplan erstellen, ihre Einkäufe tätigen und die Speisen zubereiten mussten. Neben dem sportlichen Training wurde die Fahrt also auch um ein Training zur Eigenverantwortung ergänzt.
Voll gepumpt mit frischer Luft, neuen Erfahrungen und tollen Erlebnissen kehrten alle Teilnehmer am späten Wochenende zufrieden nach Hause zurück – und weil es so schön war, ist die nächste Fahrt für das Jahr 2021 bereits in Planung.
Fachexkursion in die HafenCity
Unter der fachkundigen Führung des Studenten Vincent, der im Fachbereich Stadtentwicklung gerade seine Abschlussarbeit schreibt, begann die Fachexkursion Erdkunde der Klasse 8P2 im Kesselhaus in der HafenCity. Der historische Backsteinbau von 1886/87, einst die Energiezentrale der Speicherstadt, bietet einen eindrucksvollen Überblick über das gesamte Projekt. Das dort präsentierte Modell im Maßstab 1:500 zeigte den Schülerinnen und Schülern den aktuellen Entwicklungsstand des städtebaulichen Mammutprojektes in der Hansestadt. Fertige und fertig geplante Gebäude werden maßstabsgetreu dargestellt, unfertige sind als einfacher Holzkubus eingefügt. Die gesamte Planung und Bebauung des Areals kann so aber in der anvisierten Gesamtanlage schon überblickt werden. Über das Modell hinaus bieten mehrere Wissensstationen vielseitige Informationen zu elementaren Themen der HafenCity.
Im Anschluss an den ersten Vortrag in dieser Halle führte die Exkursion über mehrere Hafenkais und Pontons, die auf den Fleeten schwimmende Wege zwischen den Baueinheiten bieten. Das Wohnen am Wasser ist für viele Menschen attraktiv, soll aber auch für „Normalbürger“ erschwinglich bleiben. Daher gibt es Mietpreisbindungen, die bis zu 30 Jahre betragen. Erkundet wurde eine noch junge Grundschule mit angeschlossenem Kindergarten, Einkaufsstraßen, verschiedene interessante Gebäude und die tiefste Baugrube Hamburgs. Aber es gab ebenso zu erfahren, dass sowohl der ehemalige Boxweltmeister Wladimir Klitschko und die Popschlagersängerin Helene Fischer Eigentumswohnungen in diesem Viertel besitzen. Durch die in ihrer Dimension beeindruckende U-Bahn-Station hindurch gelangte die Klasse schließlich über einen großen, neu angelegten Spielplatz zur Elbphilharmonie (Bild), deren Aussichts-Plaza mit überwältigendem Blick über den Hafen gerne noch besichtigt wurde.
Damit auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kam, gab es für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8P2 im Anschluss noch ein wenig Zeit, gemeinsam mit der leitenden Erdkunde-Lehrkraft Astrid von Sulecki-Schmidt den Weihnachtsmarkt zu erkunden, ehe es mit dem Metronom zurück nach Rotenburg ging.
Ratsgymnasium zu Gast bei der Berufsbildungsmesse der BBS
Die Berufsbildungmesse an der BBS Rotenburg lief in diesem Jahr unter dem Motto „Gemeinsam durchstarten“. Schon zum 16. Mal wurde an unserer Nachbarschule diese Messe mit einem überaus umfangreichen Angebot durchgeführt. Auch die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs am Ratsgymnasium waren abermals eingeladen, sich im Rahmen der Berufsorientierung informieren zu lassen. Gerne nahmen sie die gemachten Angebote wie berufliches Speeddating oder die verschiedenen Workshops an, um so konkrete Informationen zu ausgesuchten Berufen zu erhalten.
Das von der BBS im Rahmen der Messe bereitgestellte Programm wurde von den Schülerinnen und Schülern des Ratsgymnasiums sehr gelobt, beinahe alle konnten etwas für sich finden – auch wenn der eigene Traumberuf nicht immer dabei war. Die Lehrkräfte des Fachbereiches Politik-Wirtschaft, Corinna Barkolt und Verena Höggemeier sowie der für die Berufsorientierung zuständige Koordinator André Artinger begleiteten die Klassen zur Messe. In den kommenden Unterrichtsstunden werden die gewonnenen Erkenntnisse aufgegriffen und thematisiert.
Sparkasse lädt MIG-Teilnehmer ins Jumphouse ein
Gerne haben die Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums das Angebot der Sparkasse Rotenburg-Osterholz in das „Jump House Bremen“ angenommen. Die jahrelange gute Zusammenarbeit im Rahmen des „Management Information Game“ (MIG) war der Grund zu dieser einmaligen Einladung zu einem Ausflug mit einer Gruppe des 11. und 12. Jahrgangs der Oberstufe an der Gerberstraße.
Nach dem Treffen am Rotenburger Pferdemarkt ging es mit dem Bus nach Bremen, wo sich sich alle Teilnehmer auf den Trampolinen des „Jump House“ satte anderthalb Stunden voll auspowern konnten. Dann ging es vergnügt und erschöpft nach einem langen Tag zurück nach Rotenburg.
(Text: Artinger)
Gegenbesuch aus Ungarn trifft in Rotenburg ein
Jetzt sind sie da! Nur eine Woche nach dem Abschied der Ratsgymnasiasten in Budapest sind ihre 25 ungarischen Gastschüler mit ihren zwei Lehrerinnen zum Gegenbesuch am Bahnhof in Rotenburg eingetroffen, wo sie von den Partnerinnen und Partnern sowie den organisierenden Lehrkräften Alexandra Meier-Holst und Bernd Mertins sowie der Europa-Koordinatorin Susanne Rohde erwartet wurden. Die Wiedersehensfreude war trotz der kurzen Trennungszeit bei allen Beteiligten groß. Erst im letzten Jahr ist dieser Austausch des Ratsgymnasium mit dem Nationalitätengymnasium in Budapest wiederbelebt worden – und erfreut sich steigender Beliebtheit.
Für die ungarischen Schülerinnen und Schüler beginnt eine spannende Woche in ungewohnten Gefilden, auch der Schulbesuch an der Europaschule Ratsgymnasium Rotenburg hat sicherlich seinen ganz eigenen Reiz. Hier wurden die Gäste von Schulleiterin Iris Rehder begrüßt, die die Bedeutung dieses Austausches für den Gedanken eines vereinten Europas betonte. Es seien eben diese zwischenmenschlichen Begegnungen, die dem oftmals abstrakten europäischen Gedanken Leben einhauchen.
Für die ungarischen Schülerinnen und Schüler schloss sich an dieses offizielle Willkommen ein Unterrichtsbesuch an, in dem den anwesenden Ratsgymnasiasten die ersten Wörter in dieser für deutsche Ohren so ungewohnten ungarischen Sprache vermittelt wurden. Nach einer Erkundung Rotenburgs in Form einer Rallye – Ergebnis der Jubiläumsprojektwoche aus dem Juni – wird der Schwerpunkt jetzt auf das Thema „Hanse“ gelegt. Entsprechend stehen Besuche in Lübeck und Buxtehude auf dem Programm. Ein Wochenende in den Gastfamilien rundet den Aufenthalt in Deutschland ab, ehe es am Montag schon wieder Abschiednehmen heißt.
Für das Ratsgymnasium bleibt danach eine kurze Verschnaufpause, bevor schon im November die mexikanischen Austauschschülerinnen und -schüler eintreffen. An einer Europa- und Pasch-Schule geht es eben stets lebendig zu!
„HIT“ – Ratsgymnasium besucht die Hochschulinformationstage in Hannover
Bei schönstem Wetter reiste der gesamte 12. Jahrgang des Ratsgymnasiums Rotenburg im Rahmen der Studien- und Berufsorientierung der Schule zur Leibniz-Universität in die Landeshauptstadt Hannover. In mehreren Bussen waren die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Jahrgangskoordinatorin Dana Stäblein-Fischer und dem für die Berufs- und Studienorientierung der Schule zuständigen Koordinator André Artinger angereist.

Vor Ort konnten sich alle einen Überblick über die Vielfalt der Studienmöglichkeiten in der Stadt an der Leine verschaffen. Das umfangreiche Informationsangebot war über den gesamten Campus der Universität verteilt. Die Veranstaltungen und kurzen Vorlesungen waren darauf ausgelegt, den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die unterschiedlichen Fachbereiche zu verschaffen.
Die vor Ort als Lotsen eingesetzten Studierenden waren durchweg hilfsbereit und gaben gerne Unterstützung dabei, auf dem weitläufigen Gelände die Orientierung zu behalten und rechtzeitig bei den ausgesuchten Veranstaltungen einzutreffen. Zwar waren einige Schülerinnen und Schüler enttäuscht, dass sie nicht alle Veranstaltungen besuchen konnten – der Umfang des universitären Angebotes ließ leider die Zeit knapp werden – der Großteil war jedoch positiv beeindruckt von der Größe der Hochschule und der Vielzahl der angebotenen Studiengänge.
So kamen die Besucher vom Ratsgymnasium dann übereinstimmend mit Lehrer André Artinger zu dem Schluss: „Eine lohnende Fahrt.“
Schülerbericht: Polenaustausch 2018/19
Ein Jahr nachdem uns unsere polnischen Austauschschüler des Lyzeums aus Wegorzewo besucht hatten, konnten am 25. Mai 2019 schließlich auch wir unsere Reise nach Polen starten.
Mit dem Zug fuhren wir um 05:29 Uhr am Rotenburger Bahnhof los. In der 15 stündigen Reise fuhren wir über Hamburg und Berlin bis hin nach Poznań und Olsztyn Zachodni und schließlich nach Gizycko. Dort wurden wir schon von einigen Lehrern und Schülern erwartet und herzlich in Empfang genommen. Mit dem Bus ging es dann weiter zum Lyzeum in Wegorzewo, wo nun auch die restlichen Schüler ihre Partner nach einem Jahr wieder in die Arme schließen konnten.

Schnell löste sich die große Gruppe auf und wir lernten die Familien unserer Austauschschüler kennen. Nach einem kurzen Kennenlernen und dem Nachlassen der Aufregung freuten sich schließlich alle auf eine Dusche und ein gemütliches Bett. Den nächsten Tag verbrachten wir in den Familien. Es wurde gesegelt, im Kletterpark geklettert, Spaziergänge unternommen, oder einfach entspannt.
Der nächste Tag war ein Montag und es ging für uns alle in die Schule. Dort lernten wir uns noch etwas besser kennen und nahmen am polnischen Unterricht in den Fächern Englisch und Physik teil. Danach ging es mit dem Bus nach Lötzen, wo wir uns die Feste Boyen anschauten und auf einem Turm die Aussicht genießen konnten. Nach etwas Freizeit gingen wir alle gemeinsam bowlen.
Der nächste Tag startete mit einem ganz besonderen Projekt. In Kleingruppen bekamen wir die Aufgabe, ein Modell der Wolfsschanze anzufertigen. Aus Styropor, Papier, Farbe und vielem mehr entstanden kreative und sehr gut gelungene Modelle, die wir teilweise bei unserer darauffolgenden Besichtigung der historischen Wolfsschanze in natura wiederfanden.
Nach der Wolfsschanze gab es ein gemeinsames Essen, wo es die traditionellen Pierogi gab. Anschließend bekamen wir eine Führung durch die Kirche Heilige Linde und hörten ein viertelstündiges Orgelkonzert.
Am Mittwoch konnten wir unsere Geschicklichkeit beim Basteln von traditionellen Blumen unter Beweis stellen, die wir danach für zu Hause behalten durften. Nach einer Präsentation über Wegorzewo gab es ein Mittagessen in der Schulmensa. Daraufhin hatten wir Zeit mit allen zusammen Spiele zu spielen. Die polnischen Austauschschüler brachten zum Beispiel Monopoly, UNO und vieles mehr mit. Am Abend veranstalteten wir noch eine kleine Feier.

Der nächste Tag begann mit einer Busfahrt zu einer Brücke, an der wir nicht nur die Gegend bestaunen konnten, sondern auch die große Brücke selber. Anschließend fuhren wir zu einem Gradierwerk und einem weiteren Aussichtspunkt, an dem wir entspannen und das schöne Wetter genießen konnten.
Am nächsten Tag mussten wir uns von den Gasteltern und Geschwistern verabschieden, denn auf uns wartete eine sechsstündige Busfahrt nach Warschau. Nachdem die Busfahrt gut überstanden war folgten ein Museumsbesuch und eine Stadtrundführung. Die Nacht verbrachten wir in einer Jugendherberge, die wir aber am Vormittag des nächsten Tages wegen der Heimreise wieder verlassen mussten. Am Bahnhof mussten wir uns dann von unseren Austauschschülern verabschieden, die für uns spätestens nach der vergangenen Woche nicht mehr nur Austauschschüler, sondern viel mehr Freunde waren. Der Abschied verlief nicht ohne Tränen und es überraschte uns immer mehr, wie viel wir in einer Woche erlebt hatten, die uns doch so kurz vorkam.
Doch nach unserer langen Rückreise freuten wir uns, wieder unsere Familien in die Arme zuschließen und ihnen von den ganzen Erlebnissen der vergangenen Woche erzählen zu können.