Un tour à Tours – Eindrücke der Fahrt nach Tours

« Tours a été et sera toujours, les pieds dans la Loire, comme une jolie fille qui se baigne et joue avec l’eau, cette ville est rieuse, amoureuse, fraîche, fleurie, parfumée mieux que toutes les autres ville du monde. » (H. Balzac, geboren in Tours)

Die von der Französischfachgruppe organisierte Bildungsfahrt für einige 9. und 10. Klässler nach Tours, Frankreich, ist nun schon wieder einen Monat her. Die Schüler/innen haben an einem kulturintensiven Programm teilgenommen, von dem sie im Nachhinein noch begeistert erzählten. Sprach- sowie landeskundliche Kenntnisse wurden erweitert und haben den Jugendlichen Freude und erfolgreiche Erlebnisse beschert.

Einen ausführlichen Bericht ist hier zum Nachlesen angehängt.

 

Erfahrungsbericht: Ratsgymnasiastin Lotta Henning ist ein Jahr in Brasilien

Nun bin ich schon sechs Monate in Brasilien und ich kann kaum glauben, wie schnell die Zeit vergeht. In dieser Zeit habe ich unglaublich viel erlebt, neue Freundschaften geschlossen, eine neue Sprache gelernt und eine ganz andere Kultur kennengelernt. Schon jetzt weiß ich, dass dieses Jahr mich für immer prägen wird.

Ich lebe in der Stadt Tatuí, die für brasilianische Verhältnisse eher klein ist. Trotzdem hat sie rund 200.000 Einwohner. Ich fühle mich hier sehr wohl, denn die Stadt ist überschaubar und ich kann mich sicher bewegen. Mittlerweile ist sie für mich ein zweites Zuhause geworden.

Meine Gastfamilien spielen dabei eine ganz besondere Rolle. Ich durfte bereits in zwei Familien leben und wurde jedes Mal unglaublich herzlich aufgenommen. Besonders schön ist es, Gastschwestern in meinem Alter zu haben. Wir verstehen uns super und verbringen viel Zeit miteinander. Ob gemeinsames Kochen, Sport in unserer Gated Community oder Treffen mit Freunden, langweilig wird es hier nie. Besonders stolz war ich, als ich für meine Familie Käsespätzle gekocht habe. Sie waren ein voller Erfolg.

Auch die brasilianische Kultur habe ich intensiv kennengelernt. Weihnachten wird hier ganz anders gefeiert als in Deutschland, mit Churrasco, also brasilianischem Grillen, und erst um Mitternacht werden Weihnachtswünsche ausgesprochen. Feuerwerk gibt es an Weihnachten, aber nicht an Silvester. Für mich war das sehr ungewohnt. Trotzdem war es eine wunderschöne Erfahrung, diese Traditionen miterleben zu dürfen.

Die Schule hier beginnt schon um 7 Uhr morgens und endet mittags. Am Anfang war es nicht leicht, dem schnellen Portugiesisch zu folgen, aber mit jedem Tag wurde es besser. Heute merke ich, wie sehr ich sprachlich gewachsen bin. Meine Mitschülerinnen und Mitschüler haben mich von Anfang an unterstützt und ich fühle mich mittlerweile richtig angekommen.

Ein absolutes Highlight meines bisherigen Austauschs war der sogenannte Dreamtrip entlang der Nordostküste Brasiliens. Einen ganzen Monat war ich mit rund 50 anderen Austauschschülern unterwegs und es war die beste Reise meines Lebens. Unsere Reise startete in Jericoacoara, wo wir mit Buggys durch riesige Sanddünen gefahren sind und atemberaubende Sonnenuntergänge erlebt haben. Danach ging es nach Fortaleza, wo wir mit Pferden am Strand entlang geritten sind, und weiter nach Natal, wo ich meine erste Surfstunde hatte. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen.

In Recife haben wir unser eigenes kleines Karneval gefeiert und ich durfte zum ersten Mal tauchen. Die Unterwasserwelt war einfach unglaublich. Anschließend ging es nach Salvador, wo wir einen traumhaften Bootsausflug gemacht haben, und weiter nach Itacaré, wo wir wunderschöne Strände gesehen und noch einmal surfen durften.

In Porto Seguro habe ich einen unvergesslichen Sonnenaufgang am Strand erlebt und durfte sogar Teil einer Capoeira Show sein. Zum Abschluss ging es nach Rio de Janeiro, meine absolute Lieblingsstadt. Dort standen der Cristo Redentor, der Pão de Açúcar, die Copacabana, das Maracanã Stadion und sogar eine Samba Stunde auf dem Programm. Diese Stadt hat mich wirklich beeindruckt.

Neben all diesen Reisen sind es aber vor allem die kleinen Momente im Alltag, die dieses Jahr so besonders machen. Gespräche auf Portugiesisch, gemeinsames Lachen mit Freunden aus aller Welt, neue Lieblingsorte und neue Traditionen.
Natürlich gibt es auch Momente von Heimweh. Aber genau daran wächst man. Ich habe in diesen sechs Monaten nicht nur ein neues Land kennengelernt, sondern auch unglaublich viel über mich selbst gelernt. Ich bin selbstständiger, offener und mutiger geworden.
Wenn ihr darüber nachdenkt, selbst ein Austauschjahr zu machen, kann ich euch nur sagen, traut euch. Es ist eine einmalige Chance, die Welt aus einer ganz neuen Perspektive zu sehen, Freundschaften fürs Leben zu schließen und über sich selbst hinauszuwachsen.
Ich freue mich auf meine letzten Monate hier und werde jede einzelne Minute genießen.

Mit vielen lieben Grüßen aus Brasilien

Lotta Henning

SchülerInnen reisen nach Tours in Frankreich

Gestern Abend um 22 Uhr startete endlich der Bus zur Bildungsreise der Fachgruppe Französisch ins französische Tours. Dreißig Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen werden bis zum kommenden Freitag die Region an der Loire erkunden, die für ihre zahlreichen Schlösser bekannt ist.

Die begleitenden Französischlehrerinnen Ava-Lara Früchtenicht und Julia Methner freuen sich, den frankophilen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Schönheit dieser Region nahezubringen. Auf dem Programm stehen neben Besichtigungen der Schlösser von Amboise, Blois und Chambord auch die der Gräber von Leonardo da Vinci und Richard Löwenherz sowie der Kathedrale von Tours. Auch für die Leseratten gibt es Interessantes im Maison de la Bande Dessinée in Blois zu entdecken.

Profitez-en bien!

Erfahrungsbericht: Annica von der Eldern war in Logan (Ohio/USA)

Die Ratsgymnasiastin Annica von der Eldern ist nach einem dreimonatigen Auslandsaufenthalt in den USA wieder an die heimatlicher Schule zurückgekehrt. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen:

„Im November 2024 habe ich mich dazu entschieden ein Auslandssemester zu machen. Ich habe mir viele verschiedene Organisationen angeschaut und mich im schließlich für eine entschieden, die sich auch als positiv herausgestellt hat. Zeitnah musste ich einen mündlichen und einen schriftlichen English Test machen. Im Februar 2025 war ich mit meiner Bewerbung und allen Dokumenten fertig und habe gewartet, bis ich eine Gastfamilie zugeteilt bekomme. Der letze Schritt war mein Visum zu beantragen, wofür ich im April nach Berlin zum Konsulat gefahren bin. Am 03. Juli habe ich meine Gastfamilie bekommen.

Manhattan – die New Yorker Skyline

Schließlich habe ich vom 04.08.2025 bis zum 04.01.2026 mein Auslandssemester in den USA verbracht. Bevor ich zu meiner Gastfamilie geflogen bin, habe ich an einem Softlanding Camp in New York teilgenommen. Dies dient dazu, sich an die Zeit und die Sprache zu gewöhnen, sich mit anderen Austauschschülern anzufreunden und zusätzlich noch einen aufregenden Ort zu erkunden.

Nach drei Tagen Sightseeing ging es für mich dann weiter in die Kleinstadt Logan, Ohio. Ohio ist eher ein ländlicher Staat. In meiner Nähe gab es viele große Höhlen und zahlreiche Wanderwege.

„Hallway Pass required…“

Ich hatte dann eine Woche Zeit meine Familie und die neue Umgebung kennenzulernen, bis bei mir dann die Schule begonnen hat. Der erste Schultag war natürlich sehr aufregend, aber auch ein wenig anstrengend. Ich konnte die meisten meiner Fächer auswählen, und weil ich nur ein Semester weg war, hatte ich kaum Vorschriften welche Fächer ich belegen musste. Meine Lieblingsfächer waren Kriminalanalyse, Psychologie und Theater. Ansonsten hatte ich noch English, Mathe, Journalismus und Politik. Der Unterricht an sich ist deutlich leichter als in Deutschland, dafür ist das Schulsystem strenger. Wenn man den Klassenraum verlassen möchte, um z.B. auf Toilette zu gehen, muss man erst einen „Hallway Pass“ erstellen, der auch kontrolliert, wie oft man geht und nach Auffälligkeiten einen sperren lassen kann.

Ein uramerikanisches Kulturgut – die Cheerleader

Meine Highschool war ziemlich groß (über 1.000 Schüler) und ich hatte am Anfang Probleme meine Räume zu finden. Aber dadurch, dass wir so viele Schüler hatten gab es viele Sportteams, denen man beitreten konnte. Von dem klassischen Football oder Cheerleading Team, hatten wir auch bis Golf und Bowling alles dabei.

Schon am dritten Tag habe ich durch die Lunch Stunde Freunde gefunden, die bis zum Ende hin auch meine besten Freunde waren. Gleichzeitig hatte ich auch ein Probetraining für das Cheerleading Team und wurde auch angenommen. Dadurch war ich immer sehr beschäftigt, da ich sehr oft Training hatte, oder eben bei Football Spielen am Feldrand stand.

Ansonsten habe ich in meiner Freizeit viel mit meinen Freunden gemacht. Dort kann man mit 16 Jahren schon Führerschein machen, dadurch konnten meine Freunde uns überall einfach hinfahren.

Meine Gastfamilie bestand aus meinem Gastvater, meine Gastmutter und meinen beiden Gastgeschwistern (3 und 6 Jahre alt). Ich bin sehr gut mit ihnen klargekommen und habe viel Zeit mit ihnen verbracht. Ich habe oft nach der Schule mit meinen Geschwistern gespielt und würde sie immer als meine richtigen Schwestern betiteln. Meine Gasteltern haben sich sehr viel Mühe gegeben mein halbes Jahr so schön wie möglich zu gestalten und haben Wochenendausflüge in andere Staaten geplant. Ich habe immer noch täglich Kontakt zu ihnen.

Mein persönliches Highlight war der Homecoming Ball. Vom gemeinsamen Kleiderkauf mit meiner Gastmutter bis zum Fotoshooting mit meinen Freunden habe ich dabei viele unvergessliche Erinnerungen gesammelt.

Das Auslandssemester hat mich persönlich sehr weitergebracht. Ich war in vielen Situationen auf mich selbst gestellt und habe zum einen gelernt, Probleme eigenständig zu lösen, aber auch aus meiner Komfortzone herauszukommen. Dadurch habe ich viel Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit entwickelt. Rückblickend ist mir klar geworden, dass ich mehr kann, als ich mir vorher zugetraut hätte.“

Ciudad Real – unser Spanienaustausch 2025

Am Donnerstag haben sich sieben Schülerinnen und Schüler des 9. und 10. Jahrgangs am Ratsgymnasium in Begleitung von Spanischlehrkraft Eva Findenegg nach Ciudad Real aufgemacht, wo unser Austausch mit dem „Colegio Javier San Francisco“ in die dritte Runde geht.

Bei verschiedenen Aktivitäten in den Gastfamilien, dem Schulbesuch, einem Stadtrundgang, einer Exkursion in die einstige spanische Hauptstadt Toledo und einem Ausflug mit Aktivitäten wie Bowling oder Bogenschießen verfliegt die Zeit – und schon bald heißt es wieder „Adios“. Zum Glück ist der Abschied der Austauschpartnerinnen und -partner aber nur ein vorläufiger, denn alle Beteiligten sehen bereits voller Vorfreude dem Gegenbesuch im Juni entgegen.

Ski Alpin – Eindrücke von der Skifahrt nach Seefeld in Österreich

Die Fahrt des Oberstufensportkurses „Ski Alpin“ vom 09.01.-17.01.2025 nach Seefeld/Österreich, an der auch der Leistungskurs Sport teilnahm, kann als voller Erfolg verbucht werden. Die zeitlich eng gesteckte Struktur des ersten Tages (siehe unten) blieb für die gesamten weiteren Tage in ähnlicher Form erhalten. Der Skiunterricht am Hang wurde durch vier Lehrkräfte des Ratsgymnasiums erteilt, die zeitweise durch zwei weitere ÜbungsleiterInnen unterstützt wurden. Der Unterricht umfasste pro Tag fünf Stunden körperliche und geistige Höchstaktivität. Insbesondere die vielen Anfänger (44 von 51) wurden vor große physische und psychische Herausforderungen gestellt, sodass zunächst einige Tränen flossen und die Oberschenkel schmerzten. Allerdings erwies sich der praktische und theoretische Skiunterricht schnell als wirksam und dank der hohen Leistungsbereitschaft und dem Durchhaltevermögen gewannen die SchülerInnen an Sicherheit, sodass bald weitere Hänge inklusiver roter und teilweise schwarzer Pisten befahren werden konnten. In der alpinen winterlichen Umgebung bei zeitweise bis zu minus 14 Grad und Sonnenschein machten die SchülerInnen unvergessliche Erfahrungen und wurden sportlich immer wieder neu herausgefordert. Lediglich die obligatorische Prüfungsfahrt am letzten Skitag fand aufgrund des Wetters im Nebel der Wolken statt. Während der gesamten Fahrt herrschte eine gute Harmonie zwischen SchülerInnen und LehrerInnen, sodass die Abende gern in Gesellschaft verbracht wurden.
Dank der vielen positiven Eindrücke steigt die Vorfreude auf die Skifahrt 2026 bereits!

 

Friederike Maaß in Argentinien: „Eine Reise voller Entdeckungen und Erlebnisse“

Ein Auslandsjahr ist eine Chance, die Welt durch neue Augen zu sehen und sich in einer völlig neuen Umgebung herauszufordern. Als ich mich entschied, ein Jahr in Argentinien zu verbringen, wusste ich, dass ich mich auf eine unvergessliche Reise vorbereitete, die mein Leben für immer verändern würde. Argentinien, ein Land voller Leidenschaft, Kultur und Naturwunder, war mein Ziel. Von dem Moment an, als ich in Buenos Aires landete, spürte ich die Aufregung. Auf der langen Fahrt in meine neue Heimat Crespo wurde die Aufregung dann noch größer.

Die ersten Wochen waren eine Achterbahn der Emotionen. Alles war neu und aufregend, aber auch überwältigend. Die Sprache, das Essen, die Traditionen – alles schien anders zu sein. Doch mit jedem Tag wuchs mein Vertrauen, meine Fähigkeit, mich anzupassen und mich in dieser neuen Welt zurechtzufinden.

Eine der bemerkenswertesten Erfahrungen während meines Auslandsjahres war die Begegnung mit den Menschen Argentiniens. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen haben mich tief berührt. Ich traf auf Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen, die bereit waren, ihre Geschichten zu teilen und mich in ihrer Kultur willkommen zu heißen. Das Leben in einer Gastfamilie war ebenfalls eine unvergessliche Erfahrung. Ich tauchte in den Alltag einer argentinischen Familie ein, lernte ihre Bräuche, ihre Küche und ihre Lebensweise kennen. Durch ihre Großzügigkeit fühlte ich mich wie ein Teil ihrer Familie, und ich bin dankbar für die Erinnerungen, die wir gemeinsam geschaffen haben.

Natürlich gab es auch Herausforderungen auf meinem Weg. Das Heimweh, die Sprachbarriere und die kulturellen Unterschiede waren manchmal schwer zu überwinden. Doch jede Hürde, die ich nahm, machte mich stärker und selbstbewusster.

Ich bin dann mal weg! Ein Schuljahr im Ausland – Informationen und Erfahrungsberichte

Immer wieder fragen Schüler und Schülerinnen und auch Eltern, unter welchen  Bedingungen man ein Schuljahr im Ausland verbringen kann.

Nun fand zu diesem Thema eine Informationsveranstaltung in der Cafeteria statt.

Nach einführenden Worten von Frau Rohde erläuterte sie als zuständige Koordinatorin für die Sekundarstufe 1 die rechtlichen Voraussetzungen und den am besten geeigneten Zeitpunkt für einen Schulbesuch im Ausland.

Herr Artinger als Koordinator für die Sekundarstufe 2 erläuterte die Implikationen für die Qualifikationsphase und diesbezüglich vor allem die Belegungsverpflichtungen an einer ausländischen Schule.

Nach diesen theoretischen Informationen stellte Frau Brieger als Betreuungslehrerin für Gastschüler am Ratsgymnasium mögliche Gründe für ein Auslandsjahr vor und ging im Folgenden vor allem auf die positiven und bereichernden Aspekte eines solchen Vorhabens ein.

Am Ende hatten die eigentlichen Experten und Expertinnen das Wort und schilderten eindrücklich ihre Erfahrungen im Ausland. Sebastián Valerio Hidalgo aus Costa Rica, Crystal Castellanos aus Mexiko und Mia Hope Beetham Outingdyke verbringen gerade ihr Auslandsjahr am Ratsgymnasium, berichten über ihre Erfahrungen und stellen ihre bislang erworbenen Kenntnisse der deutschen Sprache unter Beweis.

Im Anschluss folgen nicht weniger interessante Berichte von drei Ratsgymnasiastinnen aus Jahrgang 13, die vor Beginn der Qualifikationsphase in das Abenteuer Auslandsjahr gestartet sind. Aja Lehmann schildert ihre Erfahrungen in Ecuador, Nele Heits berichtet von ihrem Jahr in Costa Rica und Laura Nowacki von ihren Erlebnissen in Chile.

Allen gilt unser herzlicher Dank, dass sie ihre Erfahrungen mit der Schulöffentlichkeit teilen und bestimmt so manchen im Wunsch bestärkt haben es ihnen gleich zu tun.

Text und Fotos: Frauke Brieger

Austauscherfahrungen – Sebastian Credo in Kanada

Neues Leben auf ungewohntem Terrain!  Auslandserfahrungen in Victoria, Kanada.

Die finale Entscheidung, 10 Monate im Ausland zu verbringen, traf ich ca. ein 3/4 Jahr vor meinem Abflug ins Ungewisse. Danach begann die mühsame Arbeit. Dass ich das Jahr in Kanada verbringen möchte, stellte sich recht schnell heraus, doch die Suche nach der richtigen, für mich passenden Organisation nahm ein wenig Zeit in Anspruch. Im Gegensatz zu den USA wählt man bei der Bewerbung für Kanada direkt den Schulbezirk aus, in dem man gerne zur Schule gehen möchte. Dann befasst man sich mit Schulen in diesem Schulbezirk und gibt seine drei „Wunsch-Schulen“ an. Mir ab diesem Zeitpunkt klar, wohin es für mich gehen wird; es sollte Victoria auf Vancouver Island in British Columbia werden. Nach einiger Recherche habe ich mich bei vier Organisationen beworben, Gespräche geführt und wurde auch bei allen angenommen. Letztendlich habe ich mich für das beste Rundumpaket entschieden, hatte ein Vorbereitungswochenende meiner Organisation in Hannover und war voller Vorfreude auf mein Auslandsjahr.

Am 28. August war es so weit! Nach ausgiebigem Abschied von meiner Familie und Freunden brach ich auf nach Kanada. Am Flughafen in Victoria erwartete mich meine Gastfamilie, bestehend aus der Mutter Lindsay (53), dem Vater Mattias (47), deren Sohn Liam (12) und den zwei anderen Gastschülern Santiago (16) und Daiya (16). Der erste Kontakt war kein bisschen unangenehm und ich fühlte mich wohl. Das gute Verhältnis besteht immer noch!

Dennoch war es ein befremdendes Gefühl am Abend zu realisieren, hier die nächsten 10 Monate zu leben.

Victoria ist ein beliebtes Ziel für Austauschschüler. Mir war zuvor klar, dass ich viele „Internationals“ antreffen werde, aber in solch einem Ausmaß, wie ich es dann erlebte, auf keinen Fall. Es war schon überraschend, als ich in den ersten Tagen durch die Schule lief und bemerkte, dass ca. ein Viertel der Schüler des Schulbezirks „Internationals“ sind, wie ich es bin. Ein Vorteil davon ist, dass ich dadurch natürlich sofort Anschluss finden konnte und gleich mit sehr vielen in Kontakt stand, da wir uns letztlich alle in einer ähnlichen Situation befanden und alle darauf angewiesen waren, neue Kontakte zu knüpfen. So haben sich mit der Zeit sehr enge Freundschaften zu Menschen aus der ganzen Welt entwickelt. Ich denke, dass einige der neuen Freundschaften sogar lange halten können und diverse Kontakte auch bedeutsam für mein späteres Leben werden können. Interessant ist auch, dass ich nicht nur die Lebensweise und die Kultur der Kanadier kennen lerne, sondern auch die von den Ländern anderer Gastschüler. Besonders aufgrund des Zusammenlebens mit meinen Gastbrüdern Santiago (Chile), Daiya (Japan) und nun im zweiten Halbjahr Ricardo (Mexiko) habe ich speziell tiefe Einsicht in das Leben ihrer Kulturen bekommen.

Etwas, das man als Nachteil der vielen „Internationals“ sehen kann ist, dass man durchaus schnell in eine Blase gelangen kann und kaum Verbindungen zu Kanadiern aufbaut. Ebenso sind auch viele Deutsche anzutreffen und es besteht die Möglichkeit, zum Beispiel aus Bequemlichkeit, nur etwas mit denen zu unternehmen, dabei gar nicht in andere „Welten“ einzutauchen. Ich habe einen guten Mix aus „Internationals“, Kanadiern und Deutschen gefunden.

Ein wirklicher Nachteil ist leider, dass einige Gastfamilien uns, die Austauschschüler, als Einnahmequelle sehen. Es wird so gut wie gar nichts mit der Gastfamilie unternommen und Gespräche, die über das Nötigste hinausgehen, kommen fast nicht zustande. Eine enge Verbindung entwickelt sich nur sehr selten. Die meisten akzeptieren die Situation, aber von einer wunderbaren 2. Familie, wie es einem die Organisationen in Deutschland erzählen, ist zumindest hier in Victoria nicht immer die Rede.

Die Gastfamilie zu wechseln, ist möglich, aber gestaltet sich auch nicht allzu einfach und man kann sich leider nicht sicher sein, dass die nächste wirklich besser wird.

Ich, für meinen Teil, kann mich sehr glücklich schätzen, da ich ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Gastfamilie pflege und diese sich auch im Vergleich zu anderen sehr für mich interessiert. Ich habe mich mit der Situation in meiner Gastfamilie arrangiert, mache das Beste daraus, habe Spaß und fühle mich hier wohl!

Natürlich wünscht sich jeder eine wunderbare Gastfamilie, aber das Auslandsjahr bietet mir so viel mehr, sodass die Gastfamilie fast nebensächlich wird. Jeden Tag treffe ich mich entweder mit bestehenden Freunden oder knüpfe neue Kontakte, ich erkunde neue Orte, ich lerne Neues kennen, ich bin auch ab und an auf mich allein gestellt und mache, was mir gefällt. Jeden Tag mache ich spannende, neue Erfahrungen und vor allem habe ich Spaß dabei!

Ich bin froh, ein Auslandsjahr zu absolvieren und diese Erfahrungen sammeln zu dürfen!

Dennoch muss gesagt sein: für ein Auslandsjahr bedarf es eines starken Charakters. Man muss die jeweilige Situation annehmen und daraus das für sich Bestmögliche machen, um sich weiterentwickeln zu können und seine persönlichen Wünsche und Ziele zu verwirklichen.

Leticia Holzportz berichtet aus Thailand

Mein Auslandsjahr in Thailand

In Deutschland wird Thailand durch die faszinierende Kultur und den exotischen Charme immer beliebter, beeinflusst durch kulturelle Phänomene, wie die reiche thailändische Filmindustrie und die Popularität von der Thai-Küche weltweit. Dies weckt ein zunehmendes Interesse an Schüleraustauschprogrammen in Thailand, wie auch bei mir. Im Folgenden möchte ich meine Erfahrungen und Eindrücke aus meinem Rotary Schüleraustausch 2023/24 in Thailand teilen.

Vor meiner Reise nach Thailand hatte ich nur wenig Kenntnisse über das Land, und Vieles war neu für mich. Als feststand, dass Thailand mein Austauschland wird, habe ich anfangen, mich mehr mit Land, Leute, Kultur und Sprache auseinanderzusetzen.

Mit Thailand verbindet man die Adjektive exotisch, kulturell, reich und landschaftlich vielfältig. Ich war oft erstaunt über die Schönheit der Natur, die von tropischen Stränden über dichte Dschungel bis zu imposanten Berglandschaften reicht. Hervorzuheben ist auch die Gastfreundschaft der Thailänder, die unter anderem tief mit ihrer Kultur und ihren Bräuchen verbunden sind.

Die thailändische Küche, geprägt von Aromen, Gewürzen und frischen Zutaten, ist kaum mit der deutschen vergleichbar. Von herzhaften Currys, wie dem klassischen grünen Curry mit Kokosmilch, bis hin zu würzigen Tom Yum Suppen mit Garnelen, bot die thailändische Küche eine reiche Palette an Geschmackserlebnissen. Es ist eine Kombination aus süß, sauer, salzig und scharf. Street-Food-Märkte, die sich in jeder Stadt finden lassen, bieten eine Fülle von Gerichten, darunter Pad Thai, Gai Yang (gegrilltes Hühnchen) und Som Tam (grüner Papayasalat). Die Exotik der frischen Zutaten, wie Zitronengras, Koriander und Galgant, verleiht den Gerichten einen einzigartigen Charakter. Reis, Currygerichte, scharfe Suppen und exotische Früchte stehen definitiv im Mittelpunkt. Die Vielfalt der Geschmacksrichtungen war für mich eine kulinarische Entdeckung. Obwohl es auch internationale Küche gibt, ist es ein absolutes Muss, die thailändische Küche zu probieren, die in ihrer Vielfalt und Frische einzigartig ist, jedoch sollte man die Schärfe der Gerichte als Europäer nicht unterschätzen.

Die Schulen in Thailand unterscheiden sich stark von deutschen Schulen. Uniformen sind oft üblich, und der Unterricht kann je nach Schule und Region variieren, jedoch geht ein Schultag häufig von 07:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Der Schulalltag ist von intensivem Lernpensum geprägt, wobei auch Tanzen, Sport und andere Freizeitaktivitäten in einen Unterrichtstag gehören können. Für deutsche Schüler klingt dies vielleicht erstmal erschreckend, aber in Thailand gehört dies zur Normalität. Neben dem regulären Unterricht gab es oft Gelegenheiten, historische Stätten zu besuchen, an lokalen Festen teilzunehmen und die lebendige Kultur zu erleben. Alle Schüler und Lehrer  waren mir gegenüber nett und aufgeschlossen. Das hat mir nicht nur das Lernen der Sprache erleichtert, sondern auch das Leben mit und in einer fremden Kultur. Die Jugendlichen in Thailand beeindruckten mich mit ihrer offenen und positiven Einstellung zu ihrem Land und Leben. Trotz des oftmals anspruchsvollen Schulalltags erlebte ich eine hohe Begeisterung für kulturelle Aktivitäten und gemeinsame Unternehmungen. Die Jugendlichen sind kulturell geprägt, deren Balance zwischen Moderne und Tradition spiegelt sich in ihrer Musik, Mode und Freizeitaktivitäten wider. Die Bereitschaft der Jugendlichen, mit ausländischen Austauschschülern in Kontakt zu treten, ermöglichte mir eine schnellere Integration und einen tieferen Einblick in Land und Leben.

Die thailändische Sprache mag auf den ersten Blick komplex erscheinen, aber mit einem gewissen Engagement ist sie zugänglicher, als man denkt und grundlegende Phrasen und Höflichkeitsformen sind schnell erlernbar. Es ist jedoch ratsam, vor der Ankunft einige Grundlagen zu lernen, da nicht jeder außerhalb der touristischen Gebiete gut Englisch spricht. Dennoch sind die Thailänder sehr gastfreundlich und freuen sich, mit Ausländern zu kommunizieren, auch wenn dies manchmal nur mit Gesten geschieht. Besonders meine Gastfamilie und meine Freunde haben mir geholfen Thai zu lernen und zu verstehen. ich halte es dennoch für grundlegend, sich vor dem Austauschjahr mit der Sprache auseinanderzusetzen. Die Thailänder schätzen es sehr, wenn Ausländer ihre Bemühungen um die Landessprache zeigen.

Ein besonders prägendes Element meiner Erfahrung in Thailand war die tiefe Verwurzelung des Buddhismus in der täglichen Lebensweise. Der Buddhismus, als dominierende Religion, durchdringt nahezu jeden Aspekt der thailändischen Kultur und prägt die Denkweise der Menschen. Tempel, mit ihren goldenen Spitzen und Schnitzereien, sind nicht nur religiöse Stätten, sondern auch kulturelle Zentren. Die Gelassenheit und spirituelle Harmonie, die der Buddhismus lehrt, spiegeln sich im alltäglichen Verhalten wider – sei es in der freundlichen Begegnung mit Menschen oder dem Respekt gegenüber der Natur. Während meines Aufenthalts hatte ich die Gelegenheit, Tempel zu besuchen, an buddhistischen Zeremonien teilzunehmen und tiefer in diese Religion einzutauchen. Dies trug dazu bei, meine kulturellen Erfahrungen zu vertiefen und ein tieferes Verständnis für die Lebensweise der Menschen in Thailand zu gewinnen.

Das, was ich in Thailand am meisten für mich entdeckt habe, ist die beeindruckende Natur. Obwohl ich das Glück hatte, in der Nähe von der Großstadt Bangkok zu leben, haben mich besonders die Berglandschaften, Wälder und Strände fasziniert. Thailand besteht zu einem beträchtlichen Teil aus Bergen , die nicht nur landschaftlich beeindruckend sind, sondern auch stark in die Kultur eingebunden sind. Wanderungen durch Nationalparks, Besuche von historischen Tempeln und das Erleben der einzigartigen Fauna und Flora waren Höhepunkte meines Aufenthalts. Das Klima in Thailand ist tropisch, mit heißen und feuchten Bedingungen, besonders im Sommer.

Während meines Aufenthalts in Thailand hatte ich auch mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Die Sprachbarriere stellte sich in abgelegenen Gebieten als eine Hürde dar, was manchmal zu Missverständnissen führte. Auch kulturelle Unterschiede, insbesondere in Bezug auf soziale Normen und Umgangsformen, erforderten eine gewisse Anpassung. In manchen Situationen fühlte ich mich isoliert, da es schwierig war, tiefergehende Gespräche zu führen. Zudem ist die tropische Hitze gewöhnungsbedürftig. Trotz dieser Herausforderungen betrachte ich sie als Bestandteile meines Austauschprogramms, die mein interkulturelles Verständnis vertieft und mich persönlich wachsen lassen haben.

Mein Aufenthalt in Thailand ist und wird eine bereichernde Erfahrung sein, die mir nicht nur die Vielfalt der Kultur, kulinarische Erlebnisse und die Schönheit der Natur nähergebracht hat, sondern auch meine Fähigkeiten zur Anpassung und interkulturellen Kommunikation gestärkt hat. Für zukünftige Schüleraustauschteilnehmer in Thailand würde ich empfehlen, sich vor der Reise mit den Grundlagen der thailändischen Sprache vertraut zu machen, um die Kommunikation zu erleichtern. Ein offener Geist und die Bereitschaft, sich auf die lokale Lebensweise einzulassen, sind entscheidend, um die kulturelle Tiefe des Landes zu erfassen. Zudem lohnt es sich, lokale Spezialitäten zu probieren und gemeinsame Aktivitäten mit Thailändern zu erleben. Trotz möglicher Herausforderungen ermutige ich dazu, jede Gelegenheit zu nutzen, um aus seiner Komfortzone herauszutreten, um eine unvergessliche Zeit in Thailand zu haben. In jedem Fall ist es eine Bereicherung!

(Text und Fotos: Leticia Holzportz)











error: Die Inhalte dieser Seite sind geschützt und können nicht gespeichert werden.