Berufsinformationsabend bleibt eher im kleinen Rahmen

„Sollte ich den Berufsinfoabend nach Kriterien der Wirtschaftlichkeit beurteilen, dann stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis zueinander,“ so fasst Koordinator André Artinger den nur sehr schwach besuchten Berufsinformationsabend „Wirtschaft trifft Ratsgymnasium“ kurz vor den Pfingsttagen zusammen. Positiv bewertet er jedoch, dass die wenigen Besucher die ihnen gebotene Gelegenheit sehr intensiv zu nutzen wussten. Dennoch entschuldigte sich Artinger bei den geladenen Gästen für die offensichtlich geringe Besucherzahl, sprach zugleich aber ein großes Lob an allen Beteiligten aus, die sehr professionell und gelassen mit der Situation umgingen.

Die Riege derer, die als Informierende den Weg in die Aula gefunden hatten, war indes eine umfangreiche und vielseitige: Tischlerobermeister Hans-Dieter Henke, Malerobermeister Ullrich Hollmann, Maurerobermeister Gunnar Meyer, Geschäftsführer Ulf Cordes von Cordes Holzbau, Kreishandwerksmeister Rotenburg/KFZ-Obermeister Norbert Schmudlach, Stephan Slomma vom Kooperationspartner Rotenburger Werke sowie Friedhelm Horn vom Rotenburger Wirtschaftsforum.

In dieser Zahl stellten die Vertreter der Wirtschaft beinahe die Hälfte der Anwesenden an diesem Abend. Die gekommenen vorwiegend Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs ließen sich davon aber nicht abschrecken, suchten das persönliche Gespräch und den engen Austausch, der dann eben von Angesicht zu Angesicht möglich war. Das eigentliche Ziel des Abends war es, ein informatives Angebot sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für deren Erziehungsberechtigte anzubieten. Bei der Vielzahl von Angeboten zur Berufsinformation spielen gerade auch die Eltern eine wichtige Rolle bei der Beratung der Jugendlichen für den zukünftigen Weg in eine komplexe Arbeitswelt. Hier sah André Artinger einen Schwachpunkt des Konzepts, da trotz eines über die Schule herausgegebenen Einladungsschreibens an Eltern und Schülerschaft nur so wenige die Zeit gefunden haben, die Veranstaltung zu besuchen.

Zu Gast am Ratsgymnasium Rotenburg: „Let’s Benz – Gestalte Deine Zukunft!“

Auch in diesem Jahr war unser Kooperationspartner, das Bremer Mercedes-Werk, mit einem Team aus der Ausbildungsabteilung des Autobauers zu Gast am Ratsgymnasium Rotenburg. Ausbildungsmeister Patrick Schmidt informierte mit seinem Team aus drei Auszubildenden im Rahmen eines Praxistages der regelmäßigen Berufs- und Studienorientierung der Schule den 11. Jahrgang über die Ausbildungs- und Studienplatzmöglichkeiten in Bremen und im Mercedes-Konzern. Hierzu hatten sie neben einem multimedialen Vortrag mit detaillierten Informationen vor allem auch persönliche Erfahrungen im Gepäck, die sie an die Anwesenden weitergeben konnten.

Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, sich im Rahmen der zweistündigen Veranstaltung in der Aula ausgiebig zu informieren und im Plenum Fragen zu stellen. Nach dem Ende des offiziellen Teils suchten Gäste und Schülerschaft auch noch bei einem zwanglosen Austausch den direkten Kontakt. Vielleicht hat der eine Schüler oder die andere Schülerin so noch nützliche und hilfreiche Informationen für die eigene zukünftige Karriere bekommen.

ERGEBNISSE: Junior-Europawahl 2019

Bis zum 26. Mai fand in Deutschland ebenso wie in den meisten Ländern der Europäischen Union die Europawahl statt. Im Rahmen der alle fünf Jahre stattfindenden Wahl werden die Abgeordneten des Europaparlamentes gewählt.

An der Juniorwahl begleitend zur Europawahl 2019 nahmen in diesem Jahr 2.760 Schulen teil, innerhalb Deutschlands, aber auch Deutsche Auslandsschulen – und die Europaschule Ratsgymnasium Rotenburg war selbstverständlich eine davon. Im Vorfeld wurde im Rahmen des Politikunterrichtes intensive Vorbereitungsarbeit geleistet. So wurden beispielsweise die Programme der verschiedenen antretenden Parteien durchleuchtet und miteinander verglichen, um den Schülerinnen und Schülern tiefere Einblicke in Pläne, Vorhaben und Forderungen der unterschiedlichen politischen Gruppierungen zu geben. So konnten sich alle eine eigene Meinung bilden, ehe es in die Wahlkabine ging.

In der Woche vom 20. bis zum 22. Mai haben die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 und 11 dann ihre Stimme abgegeben, als Wahllokal fungierte die Bibliothek, die Wahlhelfer rekrutierten sich aus der Schülerschaft. Ebenso wie für die Wahlberechtigten am Sonntag galt auch für die Teilnehmenden am Ratsgymnasium: Ausweis und Wahlbenachrichtigung mitbringen, nur dann wurden die Stimmzettel ausgehändigt. Die versiegelte Urne wurde nach Abschluss der letzten Stimmabgabe sicher verschlossen, bis die Auszählung beginnt.

Die Ergebnisse der Juniorwahl am Ratsgymnasium bestätigen einen Trend, der auch in den realen Ergebnissen in Deutschland zu bemerken war: Klima-, Umwelt- und Tierschutzpolitik werden für die Wählerschaft immer gewichtigere Themen, die sich sehr deutlich im Wahlverhalten niederschlagen. Mit 91% war die Wahlbeteiligung noch mal höher als die auch in Europa gestiegene – Europa lebt, die Demokratie lebt!

Einige Eindrücke der Juniorwahl der Klasse 10Nw

Bücher, Software, Flugzeuge – Ratsgymnasiasten erkunden die Berufswelt

Zukunftstag 2019 am Ratsgymnasium

Auffällig leer und ruhig war es am vergangenen Donnerstag im Ratsgymnasium Rotenburg – irgend etwas fehlte. Es war nicht nur der 12. Jahrgang, der in der Aula mit der ersten schriftlichen Abiturprüfung beschäftigt war und deshalb nur sporadisch durch die Schule lief. In den Pausen waren darüber hinaus nur sehr wenige spielende Kinder in der Pausenhalle oder im Außenbereich zu finden. Der Grund dafür war der im Rahmen eines Aktionsprogramms seit 2001 bundesweit stattfindende Zukunftstag.

Erstmals haben die gesamten Jahrgänge 5. und 6. Jahrgangs am Ratsgymnasium in diesem Jahr verpflichtend daran teilgenommen, aber auch in den anderen Jahrgangsstufen wollten etliche Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit nutzen, in die unterschiedlichsten Berufe hineinzuschnuppern. Dafür wurden teilweise sogar Wege bis nach Hamburg zu Airbus auf sich genommen. Mit großen Erwartungen und voller Vorfreude konnten sie die echte Berufswelt für einen Tag erkunden. Einige wählten dafür ihren Traumberuf, andere nahmen die Chance wahr, in für Schülerinnen und Schüler eher untypische Berufe Einblick zu nehmen.

So fanden sich zahlreiche  Zukunftstägler in unmittelbarer Nähe der Schule, bei Bürobedarf Hamelberg oder bei pds It-Systeme in der Gerberstraße. Der Schule am nächsten waren allerdings zwei besonders Buchinteressierte, die bei unserer Bibliothekskraft Doris Nickau eine Vorstellung von der Arbeit in einer der größten Schülerbibliotheken Niedersachsens gewinnen konnten.

Das Ratsgymnasium bedankt sich bei verschiedenen lokalen Unternehmen, Firmen und Institutionen, die sich die Zeit genommen haben, diesen Tag für die Zukunft der jungen Schülerinnen und Schüler erfolgreich mitzugestalten. Aber auch den Eltern, die Ihre Kinder bei der Suche nach geeigneten Praktikumsplätzen großartig unterstützt haben gebührt Dank.

Ratsgymnasium mit 11 Teilnehmern beim “Management Information Game”

Management Information Game 2019 Ratsgymnasium Rotenburg

Traditionell und doch für die Schülerinnen und Schüler immer wieder etwas ganz besonderes: Bereits zum zwölften Mal wurde das Wirtschaftsplanspiel Management Information Game (MIG) vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) durchgeführt. In dieser Woche waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Räumlichkeiten der Sparkasse Osterholz-Rotenburg zu Gast. Möglich gemacht wurde die Veranstaltung aber nicht zuletzt auch durch eine Vielzahl von Unterstützern aus der Rotenburger Wirtschaft und durch weitere lokal ansässige Organisationen.

Beim diesjährigen Durchlauf nahmen elf Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums teil, aber auch die Berufsbildenden Schulen waren vertreten. Aufgeteilt in drei Gruppen schlüpften die angehenden Führungskräfte jeweils in die Rolle einer Unternehmensleitung und erlebten im Planspiel hautnah und detailliert die Auswirkungen unternehmerischer Entscheidungen in verschiedenen herausfordernden Situationen, mit denen sie konfrontiert wurden. Am letzten Abend mussten die Gruppen die gemeinsam erarbeiteten Produkte einem kritischen Publikum bestehend aus Vertretern der Rotenburger Wirtschaft vorstellen. Aufgabe war es in diesem Jahr, einen smarten digitalen Spiegel, der Tipps und Beratung zur Garderobe für unterschiedliche Anlässe bietet, einem großen Versandhändler schmackhaft zu machen.

Am Ende konnten alle Besucher die dargebotenen Präsentationen bewerten und insgesamt 10 Punkte auf die drei Unternehmen verteilen. Auch wenn am Ende nur ein Unternehmen das Rennen für sich entscheiden konnte, so dürfen sich doch alle Teilnehmer des Planspiels als Gewinner sehen – schließlich wurden gemeinsam unersetzliche Erfahrungen gesammelt und Kontakte zur heimischen Wirtschaft geknüpft.

Das Ratsgymnasium bedankt sich an dieser Stelle herzlich für die Möglichkeiten, die unseren Schülerinnen und Schülern von heimischen Unternehmen und Verbänden geboten wurden.

Das Ratsgymnasium auf Erkundungstour bei Juwel Aquarium

Ratsgymnasium zu Besuch bei Juwel Aquarium

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9PL des Ratsgymnasiums Rotenburg konnten im Rahmen einer Unterrichtseinheit im Politikunterricht zum Thema „Wirtschaftsunternehmen – Ziele, Strukturen, innere Konflikte“ das Rotenburger Unternehmen „Juwel Aquarium“ besichtigen. Einen real existierenden Betrieb nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis kennen zu lernen, war eines der Ziele dieser Unternehmensbesichtigung.

Ratsgymnasium zu Besuch bei Juwel AquariumDie Klasse wurde herzlich empfangen von einem der Gesellschafter des Unternehmens, Lars Larsen, und seinem Team. Zu Beginn des Besuchs wurde den Besuchern die Produktpalette von “Juwel Aquarium” vorgestellt. Anschließend erklärten Mitarbeiter den Aufbau und die innere Struktur des Unternehmens, ehe die Schülerinnen und Schüler in zwei kleineren Gruppen durch den gesamten Betrieb, angefangen von der Warenannahme über die Produktion (Bild links) bis hin zur Warenausgabe, geführt wurden.

Die Ratsgymnasiasten erhielten so einen umfangreichen Einblick in die einzelnen Schritte von der Materialbereitstellung bis zum fertigen Endprodukt. Besonders spannend war es zu sehen, wie ein Aquarium mithilfe von moderner Robotertechnik entsteht und welche verschiedenen Qualitätsprüfungen das scheinbar fertige Produkt dann doch noch durchlaufen muss, ehe es wirklich an den Kunden weitergegeben wird.

Am Ende der Betriebserkundung konnten die interessieten Schülerinnen und Schüler Lars Larsen noch eine Vielzahl Ihrer Fragen stellen, die auch gerne ausführlich beantwortet wurden. Auf dem Rückweg machten die positiven Schüleraussagen deutlich, wie beeindruckend die Betriebsbesichtigung für die Neuntklässler war. So war auch die Überraschung groß, so einen „hidden giant“ und ein Unternehmen von Weltrang direkt vor der eigenen Haustür zu haben.

Einführung in die Berufsfelder

Einführung In Die Berufsfelder Am Ratsgymnasium Rotenburg

Einführung In Die Berufsfelder Am Ratsgymnasium Rotenburg“Kommt Beruf von Berufung?” – So lautete die Einstiegsfrage einer Infoveranstaltung mit dem Thema “Einführung in die Berufsfelder” für den gesamten 10. Jahrgang am Ratsgymnasium Rotenburg. Im Rahmen der Praxistage zur Berufs- und Studienorientierung wurde diese in bewährter Kooperation mit der Agentur für Arbeit jeweils klassenweise durchgeführt.

Die neue Ansprechpartnerin der Schule, Katrin Röttjer, die auch die monatlichen Sprechtage am Ratsgymnasium durchführt, besuchte an insgesamt vier Tagen jede der 10.Klassen. Motiviert und konzentriert arbeiteten die Schülerinnen und Schüler nicht nur bei der Erarbeitung und Vorstellung der Tätigkeitsfelder von Ingenieurinnen und Ingenieuren, Wirtschaftsinformatikerinnen und Wirtschaftsinformatiker, sondern auch bei eher selten gesuchten und dennoch gefragten Geistes- und Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler mit.

So konnten sie sich begleitet von Katrin Röttjer auf den aktuellen Stand der beruflich-perspektivischen Situation am Arbeitsmarkt bringen und sich darüber informieren, wie die verschiedenen Berufsfelder und Wege dorthin nach der Schule gestaltet werden können. Auch für das im kommenden Jahrgang 11 anstehende Betriebspraktikum bietet dieser Praxistag Hilfestellung und gibt Anregungen, wo sich die Ratsgymnasiasten frühzeitig auf Stellensuche begeben oder sogar gleich bewerben können.

Frau Röttjer, die die Schülerinnen und Schüler mit viel Engagement und Herzblut informiert hat, konnte die Schülerinnen und Schüler mühelos für die Veranstaltung gewinnen und in der Sache voll überzeugen.

Betriebspraktikum in Jahrgang 11: “Ein Schulpraktikum muss nicht immer nur eine lästige Pflichtveranstaltung sein…”

Mein Betriebspraktikum in München

Morgens um 6:00 Uhr aufzustehen, um die S-Bahn zu erreichen, gehört eigentlich nicht zu meinen Spezialitäten, aber glücklicherweise hat sich doch ergeben, dass dies nun für zwei Wochen mein alltäglicher Morgen sein wird.

In einer so großen Stadt wie München ein Praktikum zu absolvieren, hört sich für uns Kleinstädter erst einmal abwegig an, obwohl ich in der bayerischen Landeshauptstadt geboren wurde. Jetzt bekomme ich die Möglichkeit, mir die unterschiedlichen Aufgabenbereiche im Wohnungswesen der Regierung von Oberbayern anzuschauen.

Speziell wurde mir angeboten, der Planung für die neue Konzerthalle beizuwohnen, da meiner Bewerbung deutlich mein Interesse für Musik zu entnehmen war. Außerdem habe ich beispielsweise noch die Chance in der Abteilung mitzuarbeiten, die die Unterbringung von Flüchtlingen organisiert.

Dieses Praktikum ermöglicht mir also verschiedenste Erfahrungen zu sammeln und unter anderem wegen dieser abwechslungsreichen Tätigkeiten, freue ich mich sehr darüber, mein Praktikum dort absolvieren zu dürfen.

Camilla Mujica Alvarado

Möglichkeiten zur Gestaltung eines Schulpraktikums

Ein Schulpraktikum muss nicht immer nur eine lästige Pflichtveranstaltung sein, sondern kann auch als eine hilfreiche Erfahrung in der Berufsorientierung gesehen werden. So mache ich mein Praktikum in der Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“ im Deutschen Bundestag.

Von diesem Praktikum erhoffe ich mir nicht nur interessante Einsichten in den Arbeitsalltag eines Berufspolitikers, sondern auch in die Arbeit der politisch höchsten parlamentarischen Instanz Deutschlands. So werde ich die Arbeit einer Fraktion aus nächster Nähe erleben und die daraus resultierenden Ergebnisse direkt vor Ort.

Im Grunde steht aber die Erfahrung für meine spätere Berufswahl hier im Vordergrund. Es geht mir nicht primär darum, möglichst nur positive Erlebnisse oder Eindrücke zu sammeln, sondern ein möglichst differenziertes Bild zu bekommen. Daher schätze ich die Möglichkeit, mir selbst diesen Praktikumsplatz in Berlin gewählt haben zu können und nicht an Vorgaben hinsichtlich der regionalen Nähe zu Rotenburg oder an eine inhaltliche Vorgabe gebunden zu sein.

Es hat sich aus meiner Sicht als sehr sinnvoll erwiesen, dass ich einen interessanten Praktikumsplatz außerhalb der Region wählen konnte.

Arthur Weigle

Ratsgymnasium zu Gast bei der 15. Ausbildungsmesse der BBS Rotenburg

Zum stolzen Jubiläum an der benachbarten BBS Rotenburg besuchten 90 Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs am Ratsgymnasium Rotenburg im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung die bereits 15. Ausbildungsmesse.

Von 8:30-12:30 Uhr an konnten die Schülerinnen und Schüler an zahlreichen Messeständen verschiedene Berufe kennenlernen. Einige nahmen an den angebotenen Workshops oder aber an einem Speeddating der Berufe teil, das erstmals in dieser Form auf der Messe stattfand.

Die Resonanz auf und das Interesse an den aufgezeigten Möglichkeiten war dann auch überaus positiv, auf Nachfrage freuten sich die Schüler aber nicht nur über die kleinen Geschenke, sondern vor allem auch über die Erfahrungsberichte der derzeitigen Auszubildenden oder Studierenden, die im Rahmen ihrer Ausbildung bei einem lokalen oder regionalen Unternehmen ein duales Studium durchführen.

So war für alle etwas von Interesse dabei, erste zarte oder auch schon sehr konkrete Kontakte konnten geknüpft werden. Auch im kommenden Jahr werden die Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums Rotenburg wieder an der BBS zu Gast sein, wenn dort zur dann 16. Ausbildungsmesse eingeladen wird.

„Nur wer selbst brennt, kann ein Feuer entfachen“ – Zum Abschied Friedhelm Horns

Es war die ganz große Rotenburger Runde, die da zum Abschied des Koordinators Friedhelm Horn  in die Cafeteria des Ratsgymnasiums gekommen war – und das sagt sicherlich am meisten aus über die Wirkkraft des quirligen Rheinländers, der dem Landkreis und der Stadt doch schon lange so verbunden ist, als habe er niemals irgendwo anders gelebt.

Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Schule – langjährige Weggefährten wie auch solche, die sich immer wieder an den klaren Kanten Friedhelm Horns gestoßen und gerieben haben – saßen einträchtig da und so mancher blaue Fleck war spätestens heute vergeben.

Neben dem ehemaligen Schulleiter Dr. Walter Jarecki und dessen ehemaligem Stellvertreter Dr. August Hoffmeister waren Dr. Dörthe Blume, Leiterin des Domgymnasiums in Verden, und Dirk Stelling vom Gymnasium am Markt in Achim gekommen, letztere hatten lange Jahre als Koordinatoren an Horns Seite am Ratsgymnasium gearbeitet.

Die Reden wurden aber von Rotenburgern gehalten: Schulleiterin Iris Rehder gab anhand der Dienstakte einige Einblicke in den beruflichen Werdegang des scheidenden Koordinators und zeigte sich beeindruckt von seiner Begeisterung und seinem Einsatz für das Ratsgymnasium und seine Schülerschaft. Besonders betonte sie aber das große Interesse am Leben und der Persönlichkeit der ihm Anempfohlenen, das seinen sichtbaren Niederschlag in einer mehrere Quadratmeter großen Informationswand mit aktuellen Zeitungsartikeln zu schulischen und außerschulischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler fand. Diese lodernde Begeisterung für den Beruf werde sie vermissen, so Rehder, korrigierte sich aber sofort: „Nein. Ich werde Sie vermissen!“.

Bürgermeister Andreas Weber (Bild rechts) betonte, er wolle kein Grußwort sprechen, vielmehr einen ganz persönlichen Dank für die Stadt Rotenburg aussprechen. Horn habe nicht nur an sich selbst und seine Schule, sondern eben auch an seine Schülerschaft hohe Anforderungen gestellt. Dies habe er über seinen eigenen Sohn, der in der Oberstufe bei ihm im Politikkurs gesessen habe, unmittelbar miterlebt. Besonders sei ihm aber dabei das außerordentliche Interesse an den Schülerinnen und Schülern aufgefallen. „Die Wahl zum beliebtesten Lehrer“, so Weber, „ist da kein Zufall.“ Auch im Außerschulischen sei Friedhelm Horns Wirken für Rotenburg wichtig, sein Interesse an der Aufarbeitung der NS-Geschichte der Stadt habe immer wieder dazu beigetragen, „den Rattenfängern den Boden zu entziehen“. Horn habe sich eingemischt in die politische Landschaft, sei dabei auch immer wieder mutiger Grenzgänger gewesen.

Heiko Kehrstephan vom Rotenburger Wirtschaftsforum (RWF) dankte für die langjährige produktive Zusammenarbeit und hoffte sowohl privat als auch im Namen der lokalen Wirtschaft, dass Friedhelm Horns Expertise und Mitarbeit dem RWF erhalten bleiben möge.

Das letzte Wort gehörte aber schließlich Friedhelm Horns selbst, und er nutzte es in seiner unverwechselbaren Art, um einen weiten Bogen zu spannen über persönliche Ankunft im Landkreis 1977 – „Eine Gegend schwarz wie die Nacht!“ – und den wechselseitigen Kulturschock, den der liberale Junglehrer aus Düsseldorf allen Beteiligten bescherte. Und natürlich kam er nicht umhin, einen kritischen Blick auf die gegenwärtige Schulpolitik in Niedersachsen und in der Stadt zu werfen. Eine wirklich zentrale Frage der Rede war aber: „Wie konnte die Integration eines solchen Exoten gelingen?“ Horn klärte auf: Leserbriefe, Engagement in der Lokalpolitik und, natürlich, Fußball.

Und wie gut diese Integration gelungen ist, zeigte ein Blick in die Gesichter der Anwesenden beim Abschied.