Heimvorteil beim Gastspiel: Schulpraktikantinnen am Ratsgymnasium Rotenburg

Für viele ist es beinahe schon ein Albtraumszenario, zumindest aber nichts, dass man sich freiwillig antun würde: Wieder zurück in der alten Schule, bei den alten Lehrern, in den alten Räumen. Was war man schließlich froh, als das vorbei war…

Nicht so bei den beiden jungen Frauen, die derzeit im Rahmen ihres Lehramtsstudiums ein Praktikum am Ratsgymnasium absolvieren: Katharina Masuch und Mara Groß waren beide Schülerinnen hier, haben 2013 beziehungsweise 2015 das Abitur an der Gerberstraße abgelegt. Dann zog es sie weg aus Rotenburg, wenngleich sie beide Niedersachsen treu blieben: Mara Groß studiert Englisch und Sport an der Göttinger Georg-August-Universität, Katharina Masuch an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg Biologie und evangelische Religion. Am Ende ihres Studiums dürfen beide den Titel „Master of Education“ führen.

Die Entscheidung, in veränderter Rolle den ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern zu begegnen, war im Vorfeld nicht sorgenfrei: „Ich muss zugeben, dass ich zunächst etwas Angst hatte, in der Rolle der Schülerin zu verbleiben. Viele meiner ehemaligen LehrerInnen arbeiten weiterhin am Ratsgymnasium, weshalb ich Angst hatte, eher die Schülerin als die Praktikantin zu sein. Dies hat sich für mich allerdings nicht bestätigt. Ich wurde überall freundlich empfangen und darf nun auch selbst ein paar Einheiten unterrichten,“ so Mara Groß. „Da man die Lehrkräfte größtenteils noch kennt, fällt es leichter, Ansprechpartner zu finden.“

Katharina Masuch pflichtet ihr bei, beobachtet aber auch zufrieden: „Die Lehrkräfte sehen hier nicht mehr die Schülerin in mir. Ich habe mich als Schülerin hier immer sehr wohl gefühlt – und nun kann ich den Alltag hier aus Sicht einer Lehrerin kennenlernen.“

Für sie, die durch kirchliche Jugendarbeit Gefallen an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gefunden hat, ist es eine schöne Erfahrung, dass das Kollegium des Ratsgymnasiums sie nun auch so engagiert durch das Praktikum begleitet. Das Empfinden, selbst gerne zur Schule gegangen zu sein, teilen die beiden miteinander, sie sehen auch darin ihre Motivation begründet, von der Schülerinnen- auf die Lehrerinnenseite zu wechseln. Dabei können sie die Freude am Lernen und Lehren weiter erleben und diese gleichzeitig weitergeben.

Mara Groß haben dabei nach eigenem Bekunden die eigenen Schulerfahrungen maßgeblich beeinflusst, sie sagt rückblickend, durch die Zeit am Ratsgymnasium Rotenburg sehr gut auf das Studium vorbereitet gewesen zu sein.

Nach dem Praktikum – und dem eher leidigen Praktikumsbericht – geht es für die beiden im  Rahmen des Studiums weiter mit Mastermodulen und Masterarbeit. Mara Groß zieht es dann als Teaching Assistant erst einmal in die USA, Katharina Masuch hingegen freut sich auf das Referendariat. Vielleicht wieder am Ratsgymnasium…

Zahlreiche Abschiede am Ratsgymnasium Rotenburg

Der 3. Juli 2019 war nicht nur für die Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums Rotenburg ein besonderer Tag, schließlich war es der letzte Unterrichtstag eines ereignisreichen Schuljahres und es gab Zeugnisse. Am frühen jedoch Abend standen dann die im Mittelpunkt, die sonst vor den Klassen stehen – die Kolleginnen und Kollegen, die sich nicht nur in die Ferien, sondern leider ganz vom Ratsgymnasium verabschieden.

Referendariat beendet: Anna Panknin und Nora Mundt (rechts)

Gleich sechs Abschiede galt es zu feiern, wenngleich auch aus ganz verschiedenen Gründen. Mit Anna Panknin und Nora Mundt verlassen zwei engagierte Referendarinnen die Schule, da sie erfolgreich die zweite Phase der Lehrerausbildung mit dem Staatsexamen abgeschlossen haben. Sie zieht es nun hinaus in die Schullandschaft, um erste vollwertige Stellen anzutreten.

Frédéric Espitalier und Ute Primavesi verlassen aufgrund von aus privaten Gründen gewünschten Versetzungen das Ratsgymnasium. Beide waren seit weit mehr als zehn Jahren der Schule eng verbunden. Dr. Meike Mattick indes, die ihre Lehramtskarriere einst am Ratsgymnasium als Referendarin begonnen hat, bricht die Zelte in Rotenburg ab, um sie wenige Kilometer weiter die Wümme hinab, in Sottrum, als Koordinatorin am dortigen Gymnasium wieder aufzuschlagen.

Besonders gewürdigt wurde das Ausscheiden zweier altgedienter Lehrkräfte der Schule aus dem aktiven Dienst. Mit Anneliese Schaarschmidt und Burkhardt Böhk verlassen über 70 Dienstjahre an Erfahrung die Schule.

Gut gelaunt in Richtung Ruhestand: Böhk und Schaarschmidt

Böhk, seit 1983 am Ratsgymnasium Rotenburg als Physik-, Mathematik- und Informatiklehrer tätig, leitete seit 2008 auch als Fachobmann die Fachgruppe Physik. Kollegium und Schülerschaft gilt er als ruhiger, besonnener und geduldiger Mensch, der, so eine Einschätzung der Behörde in seiner Dienstakte, „sicher, gründlich, selbstbewusst und lebhaft… den Schülern die Gelegenheit gibt, in Ruhe etwas falsch zu machen.“ Nicht zuletzt deshalb gelang es ihm immer, seine Leidenschaft für die eigenen Unterrichtsfächer auf die Schülerinnen und Schüler zu übertragen. Als leidenschaftlicher Schwedenfahrer wird er sich nun intensiver seiner zweiten Heimat zuwenden können.

Anneliese Schaarschmidt kam ebenfalls zu Beginn der Achtzigerjahre an die Schule, zunächst indes als Referendarin, ehe sie nach der Auflösung der Orientierungsstufe in der Theodor-Heuss-Schule über den Gartenzaun an das Ratsgymnasium wechselte.

Als engagierte Lehrerin, Kollegin, als Schulvertreterin der GEW und als Personalrätin brachte sie sich auf allen Ebenen aktiv in das Leben und die Gestaltung der Schule ein, ab 2011 dann auch als Mitwirkerin in der Lehramtsausbildung am Studienseminar in Verden. Mit Überblick und Routine organisierte sie im Jubiläumsjahr, kurz vor der eigenen Pensionierung, noch die des Schulfest vorbereitenden Projekttage. All dies tat sie mit humoriger, oftmals feinsinnig ironischer und gelassener Art. Schülerinnen und Schüler und Kollegium schätzten ihre Fähigkeit zum Zuhören, zum Ausgleich, zum guten Ratschlag.

Da passt es ins Bild, dass Anneliese Schaarschmidt eigentlich bereits 2018 in den Ruhestand hätte gehen können – aber der Schule noch eben in Zeiten von Personalknappheit und Abordnungen unter die Arme griff und noch ein Jahr dranhängte. So ganz geht sie dann aber auch jetzt immer noch nicht: die Oxford-Fahrt der Schule im Jahr 2020 wird sie abermals begleiten.

Wir wünschen den Kolleginnen und Kollegen alles Gute für den weiteren beruflichen und privaten Weg.

500 Deckel gegen Polio – wir machen mit!

Die Aktion “500 Deckel” ist ein Projekt des Vereins „Deckel drauf e.V.“. Durch eine Sammlung von Kunststoffdeckeln aus hochwertigen Kunststoffen und dem daraus erzielten Verkaufserlös werden gemeinnützige sowie mildtätige Projekte unterstützt. Im ersten Schritt unterstützt der Verein das Programm „End Polio Now“ der deutschen Rotarier bei seinem weltweiten Vorhaben, die allgemein als Kinderlähmung bekannte Krankheit zu besiegen. Eine Erkrankung durch den Poliovirus führt von Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod. In Deutschland gilt Polio als ausgerottet, weltweit gibt es aber noch immer drei Länder, in denen die Krankheit auftritt. Polioviren können bisher nur durch Impfungen eingedämmt werden.
Das Kollegium des Ratsgymnasiums unterstützt sehr gerne dieses sinnvolle Projekt und sammelt in der Schule selbst und auch im privaten Rahmen fleißig Deckel, die ansonsten ohne zu helfen im Gelben Sack verschwinden würden. Wer auch mithelfen will, kann entweder in der Schule Deckel abgeben oder sich direkt an den Verein „Deckel drauf e.V.“ wenden. Jede Hilfe ist gern angenommen!

Al Varda auf der Bühne des Ratsgymnasiums

Unter dem Künstlernamen Al Varda macht unser Englisch- und Sportlehrer Alexander Vardakis seit geraumer Zeit Musik. Die Film AG besuchte ihn kürzlich bei einer seiner Improvisations-Sessions auf der Bühne der Schulaula. Dabei ist ein sehens- vor allem aber hörenswerter Clip entstanden. Al Varda interpretiert den Anti-Kriegs-Klassiker “Brothers in Arms” der Dire Straits auf der E-Gitarre. Zuhören, zuschauen und genießen.

“Zeig mir deine Welt” – Methoden der kulturellen Bildung in internationalen Schulprojekten

Eine Fortbildung des PAD (Pädagogischer Austauschdienst) vom 3. bis 5. Dezember in Köln vermittelte Lehrkräften, wie sich künstlerische Impulse für den internationalen Schulaustausch nutzen lassen. Frauke Brieger war als Fachobfrau Spanisch dabei.

Können künstlerische Impulse gemeinsamen Projekten zusätzliche Perspektiven verleihen? Welche Methoden der kulturellen Bildung ermöglichen es, das Verständnis junger Menschen füreinander zu intensivieren? Welche Projektideen können Künstlerinnen und Künstler Lehrkräften für eine internationale Austauschbegegnung mit auf den Weg geben? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Fortbildung “Zeig mir deine Welt!” des PAD vom 3. bis 5. Dezember 2018 in Köln. Lehrerinnen und Lehrer aus der gesamten Bundesrepublik, die Schüleraustauschprojekte mit Partnern in Mittel- und Lateinamerika, Afrika oder Südostasien betreuen, lernten zwei Tage lang mit Künstlerinnen und Künstlern Strategien und Methoden kennen, die dem projektorientierten Austausch neue Impulse geben können.

Kultur und Bildung leisten einen wesentlichen Beitrag zu Dialog, Austausch und Zusammenarbeit weltweit und tragen damit zu einem besseren Verständnis der Menschen untereinander bei. Seit vielen Jahren fördert der PAD deshalb im Auftrag des Auswärtigen Amts Austauschbegegnungen zwischen Schulen in Deutschland und Schulen in allen Regionen der Welt. Im Rahmen der PASCH-Initiative, die 2008 vom damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier ins Leben gerufen wurde, befassen sich deutsche und ausländische Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit gesellschaftlich relevanten Themen, mit der Geschichte ihrer Länder oder ihren jeweiligen Lebenswelten.

Die Fachgruppe Spanisch des Ratsgymnasiums pflegt seit 2013 einen Austausch mit dem „Colegio Alemán Alexander von Humboldt, La Herradura“ in Mexiko-Stadt und ist für seine interkulturelle Projektarbeit mit mexikanischen und deutschen Schülern vom PAD finanziell gefördert worden. Im letzten Jahr wurde das Kunst-Projekt „Frida trifft Paula“ aus der letzten Austauschbegegnung als Projekt des Monats ausgezeichnet.

Zu der im vergangenen Jahr ausgehändigten Urkunde gesellt sich nun eine weitere Plakette, die Frauke Brieger für das Ratsgymnasium aus den Händen von Katja Röhl, Referentin für die Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) im PAD entgegennehmen durfte. Das Ratsgymnasium wurde für seine regelmäßig stattfindenden Austauschbegegnungen und erfolgreiche Projektarbeit zur offiziellen PASCH-Schule ernannt. Darüber freut sich die Fachgruppe Spanisch sehr.

Frauke Brieger und Ulrike Lützen bereiten zurzeit den Besuch der mexikanischen Schüler im November 2019 vor und stellen Anträge auf Förderung beim PAD in der Hoffnung, dass das neue Projekt auch wieder als förderungswürdig beurteilt wird.

Text und Fotos: Frauke Brieger


Die Schüleraustauschbegegnung wird aus Mitteln der Initiative “Schulen: Partner der Zukunft” (PASCH) des Auswärtigen Amts gefördert und durch den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz unterstützt

Stadtradeln: Ratsgymnasium mit “Gold” geehrt

Mit Stolz konnte Teamchef Michael Plötz am 14. August im Ratssaal in Rotenburg eine goldene Urkunde aus den Händen von Bürgermeister Andreas Weber sowie Andrea Rieß und Anke Jacobs vom Umweltschutzbüro entgegennehmen:  das Ratsgymnasium stellte diesmal das größte Team mit 69 Teammitgliedern, gefolgt von der IGS Rotenburg und den Rotenburger Werken. Das war schonmal eine erste Ehrung wert.

Mit insgesamt 12.570km erradelte unsere Mannschaft aber auch noch das insgesamt drittbeste Ergebnis der Stadt und half so kräftig mit, Rotenburg bundesweit auf einen unglaublichen 74. und in Niedersachsen sogar auf den vierten Platz zu hieven. Hierfür gab es dann gleich nochmal eine bronzene Urkunde hinterher.

Die von lokalen Sponsoren gestifteten Geldpreise im Wert von insgesamt 150,-€ werden am Ratsgymnasium Rotenburg dann auch gleich wieder in Sportutensilien investiert – „Stadtgeradelt“ nämlich auch 2019 wieder vom 26. Mai bis zum 15. Juni. Vielleicht geht dann ja sogar noch mehr… Auf jeden Fall vielen Dank an all die aktiven Radfahrerinnen und Radfahrer aus Schülerschaft und Kollegium, die diesen tollen Erfolg ermöglicht haben.

Verabschiedungen am Ratsgymnasium – Volker Evers geht in den Ruhestand

Die Sommerferien bringen an jeder Schule Abschiede mit sich, Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule, es gibt Wechsel allenthalben – auch beim Kollegium. Dieses Jahr ist aber am Ratsgymnasium ein ganz besonderes, denn die Abschiede sind viele und sie wiegen schwer. Wurde bereits am Montag Friedhelm Horn offiziell in den Ruhestand entlassen, so war es am Dienstag mit Volker Evers eines der wenigen verbliebenen Urgesteine der Schule.

Evers, seit 1985 an der Schule, hat nach außen und innen das Gesicht und die Wahrnehmung des Ratsgymnasiums in Stadt und Landkreis maßgeblich geprägt. Als langjähriger Fachobmann steuerte er die Fachgruppe Deutsch durch die Irrungen und Wirrungen der niedersächsischen Bildungspolitik mit ständig wechselnden Curricula, Doppelabitur, Einführung von G8 und dessen Rücknahme inklusive Doppelabitur – ohne dabei jemals die Lust am Beruf und die Interessen der Schülerinnen und Schüler aus dem Blick zu verlieren. Außerdem unterrichtete er die Fächer Geschichte und Religion, sprang in Zeiten großer Not sogar als Lateinlehrer in die Bresche.

Seine Leidenschaft, die Fähigkeit, trotz auch widriger Umstände den Humor und die manchmal auch notwendige Distanz zu wahren, wurden in den Abschiedsreden von Kollegium und Freunden deutlich, ebenso Evers‘ überwältigende Belesenheit und seine Fähigkeit, impromptu auch weniger bekannte Goethegedichte fehlerfrei zu deklamieren – wie er bei dieser Gelegenheit bewies (Bild).

Besondere Erwähnung fanden die zahlreichen Musicals, die Volker Evers im Laufe seiner Zeit am Ratsgymnasium Rotenburg inszenierte. Von Linie 1 über Moskitos zu Siegfried gelang es ihm insgesamt beeindruckende neun Mal, gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler und Kollegium fantastische Stücke auf die Bühne der Aula zu bringen und diese bis zum letzten Platz zu füllen.

Der Abschied wurde denn von seinen langjährigen Weggefährten, den Kolleginnen und Kollegen, den Mit-Musikern, den Lehrersportkameraden denn auch musikalisch eingeläutet, das Leben des Weinkenners von den Germanisten in einer unterhaltsamen Neufassung des Schlagers „Griechischer Wein“ nacherzählt.

In seinen eigenen Abschiedsworten fragte Volker Evers kritisch nach: „33 Jahre im Schuldienst – wie hält man das aus?“ – nur um diese Frage verschmitzt lächelnd selbst zu beantworten: „Am Ratsgymnasium: gut.“ Und sollte er die Schule einmal zu sehr vermissen, so verabschiedete er sich vom Kollegium, werde er einfach an den schulisch-behördlichen Dokumentationswahnsinn denken.

Neben Volker Evers verlassen Arend Mitwollen, der an die Deutsche Schule Shanghai wechselt, das Ratsgymnasium ebenso wie René Grube, der auf eigenen Wunsch an eine Nachbarschule versetzt wird, das Ratsgymnasium Rotenburg. Mit Carina Claassen und Christian Schröder haben außerdem zwei Referendare ihre Ausbildung erfolgreich beendet.

„Nur wer selbst brennt, kann ein Feuer entfachen“ – Zum Abschied Friedhelm Horns

Es war die ganz große Rotenburger Runde, die da zum Abschied des Koordinators Friedhelm Horn  in die Cafeteria des Ratsgymnasiums gekommen war – und das sagt sicherlich am meisten aus über die Wirkkraft des quirligen Rheinländers, der dem Landkreis und der Stadt doch schon lange so verbunden ist, als habe er niemals irgendwo anders gelebt.

Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Schule – langjährige Weggefährten wie auch solche, die sich immer wieder an den klaren Kanten Friedhelm Horns gestoßen und gerieben haben – saßen einträchtig da und so mancher blaue Fleck war spätestens heute vergeben.

Neben dem ehemaligen Schulleiter Dr. Walter Jarecki und dessen ehemaligem Stellvertreter Dr. August Hoffmeister waren Dr. Dörthe Blume, Leiterin des Domgymnasiums in Verden, und Dirk Stelling vom Gymnasium am Markt in Achim gekommen, letztere hatten lange Jahre als Koordinatoren an Horns Seite am Ratsgymnasium gearbeitet.

Die Reden wurden aber von Rotenburgern gehalten: Schulleiterin Iris Rehder gab anhand der Dienstakte einige Einblicke in den beruflichen Werdegang des scheidenden Koordinators und zeigte sich beeindruckt von seiner Begeisterung und seinem Einsatz für das Ratsgymnasium und seine Schülerschaft. Besonders betonte sie aber das große Interesse am Leben und der Persönlichkeit der ihm Anempfohlenen, das seinen sichtbaren Niederschlag in einer mehrere Quadratmeter großen Informationswand mit aktuellen Zeitungsartikeln zu schulischen und außerschulischen Leistungen der Schülerinnen und Schüler fand. Diese lodernde Begeisterung für den Beruf werde sie vermissen, so Rehder, korrigierte sich aber sofort: „Nein. Ich werde Sie vermissen!“.

Bürgermeister Andreas Weber (Bild rechts) betonte, er wolle kein Grußwort sprechen, vielmehr einen ganz persönlichen Dank für die Stadt Rotenburg aussprechen. Horn habe nicht nur an sich selbst und seine Schule, sondern eben auch an seine Schülerschaft hohe Anforderungen gestellt. Dies habe er über seinen eigenen Sohn, der in der Oberstufe bei ihm im Politikkurs gesessen habe, unmittelbar miterlebt. Besonders sei ihm aber dabei das außerordentliche Interesse an den Schülerinnen und Schülern aufgefallen. „Die Wahl zum beliebtesten Lehrer“, so Weber, „ist da kein Zufall.“ Auch im Außerschulischen sei Friedhelm Horns Wirken für Rotenburg wichtig, sein Interesse an der Aufarbeitung der NS-Geschichte der Stadt habe immer wieder dazu beigetragen, „den Rattenfängern den Boden zu entziehen“. Horn habe sich eingemischt in die politische Landschaft, sei dabei auch immer wieder mutiger Grenzgänger gewesen.

Heiko Kehrstephan vom Rotenburger Wirtschaftsforum (RWF) dankte für die langjährige produktive Zusammenarbeit und hoffte sowohl privat als auch im Namen der lokalen Wirtschaft, dass Friedhelm Horns Expertise und Mitarbeit dem RWF erhalten bleiben möge.

Das letzte Wort gehörte aber schließlich Friedhelm Horns selbst, und er nutzte es in seiner unverwechselbaren Art, um einen weiten Bogen zu spannen über persönliche Ankunft im Landkreis 1977 – „Eine Gegend schwarz wie die Nacht!“ – und den wechselseitigen Kulturschock, den der liberale Junglehrer aus Düsseldorf allen Beteiligten bescherte. Und natürlich kam er nicht umhin, einen kritischen Blick auf die gegenwärtige Schulpolitik in Niedersachsen und in der Stadt zu werfen. Eine wirklich zentrale Frage der Rede war aber: „Wie konnte die Integration eines solchen Exoten gelingen?“ Horn klärte auf: Leserbriefe, Engagement in der Lokalpolitik und, natürlich, Fußball.

Und wie gut diese Integration gelungen ist, zeigte ein Blick in die Gesichter der Anwesenden beim Abschied.