Vortrag von Friedrich Buhlrich zum Gedenktag des 27. Januar

Die Fachgruppe Geschichte erinnert mit dem Vortrag von Friedrich Buhlrich am Gedenktag des 27. Januar an die NS – Opfer des „Euthanasie“ – Programms und an die Zwangsarbeiter, die aus dem gesamten europäischen Raum stammten, der von Deutschland 1939 – 1944 besetzt war. Der 27.01. ist seit 1996 ein Gedenktag mit europäischer Dimension, nicht allein auf die deutsche Erinnerungskultur bezogen.

In seinem berührenden Vortrag erzählte Friedrich Buhlrich den Schülerinnen und Schülern des 12. Jahrgangs das Schicksal seiner Familien: Als Kind einer Deutschen und eines polnischen Zwangsarbeiters wurde er in Bremen von einer Familie adoptiert, deren drei Kinder zuvor im Rahmen der T4 – Mordaktion als „Lebensunwertes Leben“ ums Leben gekommen sind. Er legte zur Verdeutlichung Fotos und Dokumente seiner Geschichte vor. Die zahlreichen Fragen der Hörer zeigten, dass  seine Worte den Anwesenden anschaulich gemacht haben, weshalb Deutschland diese besondere Erinnerungskultur fortsetzen sollte und dass ein „Schlussstrich unter unsere Vergangenheit das Falsche wäre“.

(Text: Harald Asmuth)

Holocaust-Gedenktag – Ausstellung in der Pausenhalle

Anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau, bemüht sich das Ratsgymnasium um die Erinnerungskultur der jüngeren Generation.
Zudem wird ab heute im Rahmen der „Woche gegen Rassismus und für Vielfalt“ im Politik-Wirtschaftsunterricht in allen Lerngruppen eine Unterrichtsstunde dieser Thematik gewidmet.
Darüber hinaus haben zwei Lerngruppen (8c und 11s) eine Ausstellung zum Holocaust-Gedenktag in der Pausenhalle aufgebaut, die Hintergründe und aktuelle Bezüge zum Holocaust erläutern. Das Material ist altersgerecht ausgewählt, aufbereitet und zugänglich. Die Schulgemeinschaft und Besuchende können sich dort gern informieren.

Nie wieder ist jetzt!

(Text und Fotos Corinna Barkholdt)

 

Friedhelm Horn hält Vortrag über den Holocaust

Am 29.01. 2024 hat die Fachgruppe Geschichte den Holocaust – Gedenktag des Ratsgymnasiums gestaltet. Wegen der Umbauarbeiten in unserer Schule hat uns dankenswerterweise die IGS ihre Aula zur Verfügung gestellt.

Teilgenommen haben fast die gesamte Oberstufe des Ratsgymnasiums und auch Oberstufenschüler der IGS. Nach einleitenden Worten von Herrn Thiemer, Direktor der IGS, und Herrn Asmuth, Fachobmann Geschichte, hielt Herr Friedhelm Horn, ehemaliger Studiendirektor und Geschichtslehrer des Ratsgymnasiums, einen Vortrag zum Gedenktag und zur schwierigen Erinnerungskultur Deutschlands.

Herr Horn stellte dem Auditorium die grundsätzlichen Entwicklungslinien der modernen deutschen Geschichte dar, an deren Ende nicht zwangsläufig Hitler und der Holocaust stehen mussten. Auch deshalb war der Holocaust ein unerklärliches, unvorstellbares Verbrechen, dessen Besonderheit Herr Horn in seinem Vortrag hervorgehoben hat.

Im weiteren Verlauf seiner Rede stellte Herr Horn den 09. November als deutschen Schicksalstag hervor, und weshalb er als nationaler Gedenk – und Feiertag nicht in Betracht komme. Aber auch der 03. Oktober sei als Feiertag wenig geeignet und erzeuge keine Identifikation zu einer geeinten Nation, weil er an einen rein juristischen Akt erinnere, an das Inkrafttreten des Einigungsvertrages 1990. Herr Horn plädierte dafür, die pluralistische Demokratie als eine Staats – und Lebensform zu würdigen und zu feiern, etwa mit dem 23. Mai, als unser Grundgesetz 1949 erlassen worden ist, oder mit dem 18. März, als die Revolutionäre 1848 in Berlin die preußische Monarchie besiegt und eine freiheitliche Verfassung auch für ganz Deutschland gefordert hatten. Dabei regte er auch den Gedanken an, ob überhaupt ein solcher nationaler Gedenk – und Feiertag notwendig sei. Mit diesen vielfältigen Gedankenanstößen werden die Zuhörer im Geschichtsunterricht noch viel zu erörtern haben.

Text: Harald Asmuth
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