Sozialpraktikum bei den Rotenburger Werken

Mit einem nur vom Regenwetter getrübten Abschlusstag im Haus Niedersachsen ging am heutigen 11. Mai 2026 das bereits neunte Sozialpraktikum seit 2016 zu Ende. Die Schüler*innen, Betreuer*innen und Lehrkräfte zogen dabei ein mehrheitlich positives Fazit.

Seit dem Jahr 2016 haben die Schüler*innen des jeweiligen 9. Jahrgangs des Ratsgymnasiums Rotenburg bereits die Gelegenheit, ein Sozialpraktikum bei den Rotenburger Werken zu absolvieren. Der weit überwiegende Teil der Schüler nutzte auch in diesem Jahr wieder die mittlerweile etablierte Kooperation des Ratsgymnasiums mit den Werken und damit die Gelegenheit, bei den Rotenburger Werken gemeinsam mit behinderten Menschen wichtige soziale Erfahrungen zu sammeln. Einzelne Schüler*innen hatten sich aber auch im Vorfeld für andere Praktikumsplätze z.B. in der Seniorenarbeit oder im Krankenhaus entschieden. Im Vordergrund stand in jedem Fall, Kompetenzen auszubauen, die im alltäglichen Schulunterricht zu kurz kommen.

Am ersten Praktikumstag fanden Einführungsveranstaltungen am Kalandshof und in der Lindenstraße statt, bei denen die Schüler und Schülerinnen herzlich begrüßt wurden. Im Anschluss gingen dann alle an ihre Einsatzorte, wo sie die Möglichkeit hatten, eine ganze Schulwoche in Wohngruppen, Werkstätten, Tagesförderstätten sowie der Lindenschule der Rotenburger Werke am Alltagsleben der Menschen mit Behinderung teilzunehmen. Es wurde gemeinsam gearbeitet, Freizeit verbracht und ungezwungen kommuniziert. Das Praktikum wurde vor Ort von Mitarbeitern der Werke betreut. Die Religions- und Werte und Normen-Lehrer besuchten die Praktikanten während des Praktikums.

Zu einem guten Brauch hat sich mittlerweile der Abschlusstag am Montag nach der Praktikumswoche entwickelt. Im Haus Niedersachsen in der Lindenstraße hatten die Schüler*innen ausführlich die Gelegenheit, ihren Betreuern und Organisatoren von den Werken ein Feedback zu geben und weiterführende Fragen und Anregungen zu formulieren. Nach einem humorvollen und entspannten Auswertungsgespräch besuchten die Schüler*innen dann unter der fachkundigen Führung von Hendrik Pröhl die Kirche „Zum guten Hirten“, wo sie über die Geschichte der Werke und das dunkle Kapitel der Euthanasie im Dritten Reich informiert wurden. Die parallel geplante Rallye über das Werksgelände musste wegen des Regens in eine Recherchearbeit im Trockenen abgewandelt werden. Bei einer persönlichen Nachfrage traten einzelne Schwierigkeiten zutage, die in einem Evaluationsgespräch vor dem nächsten Durchgang geklärt werden. Der ganz überwiegende Teil der Schüler*innen konnte aber fast überall von einer „guten Zeit“ und „wichtigen Erfahrungen“ berichten.

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