Belgien: Lommel

Kurzinformationen
  • jeweils zwei Klassen des Jahrgangs 10
  • Kosten ca. 200,-€ (Die Fahrt wird gefördert durch VdK, die Rinck-Stiftung und den Landkreis)
  • Montag bis Freitag
  • Anreise mit lokalen Busunternehmen
  • nächste Fahrt im Herbst 2019

Die sogenannte „Lommelfahrt“ ist am Ratsgymnasium eine gute und lebendige Tradition. Seit über 30 Jahren schickt unsere Schule Klassen zur Friedensarbeit in die in Belgien gelegene Kriegsgräberstätte mit Soldatengräbern aus dem 2. Weltkrieg. Seit nahezu 20 Jahren fahren ganze Jahrgänge nach Lommel. Zunächst waren dies die 9. Klassen. Seit einigen Jahren fahren die Klassen des 10. Jahrgangs nach Lommel. Die Schüler dieses Jahrgangs sammeln auch Spenden für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Träger der Gedenkstätte Lommel ist. So ist im Verlaufe dieser Zeit eine enge Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erwachsen, die 2016 mit einem Kooperationsvertrag bekräftigt und fest institutionalisiert wurde.

In Lommel werden in Form von Projektarbeit Schicksale von Soldaten erarbeitet, die auf dem Friedhof beerdigt sind. Darüber hinaus beteiligen sich die Schüler an der Grabpflege. Ein weiterer fester Programmpunkt ist ein Zeitzeugengespräch. Exkursionen zum Internierungslager Breendonk und nach Antwerpen oder Brüssel runden die Fahrt ab.

Pädagogische Zielsetzungen

Das Erinnerungskultur in unterschiedlichen Ländern unterschiedlich gehandhabt wird und sich darüber hinaus in einem permanenten Veränderungsprozess befindet, wird für die Schüler deutlich. So erleben die Jugendlichen Formen des früher praktizierten pathetischen Heldengedenkens, indem sie das Mahnmal und die Krypta in Lommel besichtigen, und können diese Eindrücke mit einer anderen, kritischen Form des Gedenkens kontrastierend vergleichen.

Die Ziele der Friedensarbeit sind nämlich weniger mit einem formalisiert-ritualisierten Gedenken an den 2. Weltkrieg verbunden, als vielmehr darauf ausgerichtet, durch das Erfahrbarmachen menschlicher Schicksale die Ungeheuerlichkeit des 2. Weltkrieges und seiner Folgen spürbar zu machen. Unsere Schüler haben hierzu in Lommel auf unterschiedliche Art und Weise Gelegenheit.

Im Rahmen der erwähnten Projektarbeit setzen sie sich intensiv mit menschlichen Schicksalen während des 2. Weltkrieges auseinander. So werden beispielsweise Soldatenschicksale erforscht. Während die Grabsteine des Friedhofs in Lommel nur die Namen und Lebensdaten der dort Bestatteten preisgeben, gewinnen die Schüler aus Archivmaterial ein Bild ganz normaler Menschen, die als Soldaten zumeist Sehnsucht nach ihrer Familie und nach einem friedlichen Leben hatten, bevor sie dem Krieg zum Opfer fielen. Das Hervorholen dieser emotionalen menschlichen Welten ermöglicht den Jugendlichen eine empathische Teilhabe, die den Schülern ein Bewusstsein dafür vermittelt, warum sie mit der Bürste in der Hand Grabsteine reinigen und pflegen.

Der Besuch des ehemals von der GeStaPo und SS geleiteten Internierungslagers Breendonk bei Antwerpen macht das Grauen deutlich, welches die NS-Herrschaft in den besetzten Beneluxländern über politisch Andersdenkende und Angehörige jüdischen Glaubens brachte. Die jahrelange Qual und Erniedrigung der Häftlinge durch die nationalsozialistischen Schergen wohnt den kalten Gängen und Kasematten der früheren Festung mit ihren Folterkellern und Stehzellen noch inne, so dass zumeist relativ schnell eine Betroffenheit und Anteilnahme bei den Schülern zu beobachten ist.

Zu jedem Lommelbesuch gehört auch ein Zeitzeugengespräch. Ältere Menschen, die die deutsche Besatzung noch selbst erlebt hatten, erzählen von der Zeit mit ihren Ängsten und Härten. Dieser erzählende Vortrag mündet in ein offenes Gespräch zwischen Schülern und Zeitzeugen, bei dem Raum für zahlreiche Fragen und Emotionen ist.

Berichte zu vergangenen Fahrten

„Kümmert Euch weiter um den Frieden“ – Landrat Luttmann ehrt Volksbund-Spendensammler

Landrat Hermann Luttmann, Vorsitzender des Kreisverbandes des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., besuchte heute an der Europaschule Ratsgymnasium Rotenburg die Klasse 10Sn von Klassenlehrerin Ulrike Lützen. Diese hatte sich in der Haus- und Straßensammlung zum Jahresende 2018 besonders eingesetzt und über 980,- € an Spendengeldern geworben. Nach Begrüßung und Dank an

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Ratsgymnasiasten erkunden Europa

Im Zuge der jährlich in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. stattfindenden Reise unserer Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 12 nach Lommel, Belgien, besuchten die Klassen 10a und 10Sn, so wie  vor den Herbstferien die Klassen 10b und 10 NW, gemeinsam mit ihren Klassenlehrkräften Hendrik Beek und Ulrike Lützen

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Mein Erfahrungsbericht zur Klassenfahrt nach Lommel

“Von Lynn Vollmers Am Ratsgymnasium fahren jährlich die jeweiligen 10. Klassen auf Klassenfahrt nach Lommel in Belgien. In diesem Jahr war es mein Jahrgang und wenn ich ehrlich bin, hatte ich bei dem Gedanken noch gar keine Lust darauf. Wir fuhren also morgens los und kamen spätnachmittags in der Jugendbegegnungsstätte

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