HINWEIS: Lesenacht am 7. November 2019

Die diesjährige Lesenacht findet am 7. November 2019 ab 19:00 Uhr statt – nicht wie im Elternbrief vermeldet am 20. September. Da hatte sich der Fehlerteufel eingeschlichen…

Nachdem wir im vergangenen Jahr den Begriff der Heimat ausgelotet haben, versuchen wir dieses Mal, “Die Sehnsucht nach dem Anderswo” aus Mascha Kalékos Gedicht zu ergründen. Auch in diesem Jahr haben sich bereits zahlreiche Schülerinnen und Schüler, Kurse und Lehrkräfte gemeldet, die ihre Sehnsüchte teilen werden – nichts desto trotz sind nach wie vor Meldungen zum Lesen herzlich willkommen. Einfach bei Doris Nickau oder bei Sigrid Baden-Schirmer in der Bibliothek melden!

Weitere Informationen zur Lesenacht 2019 folgen hier bald.

“Heimat”-Film zur Lesenacht 2018

Darauf haben Freunde der Romanvorlage lange gewartet: Nach der Live-Vorführung im September kommt nun endlich die Verfilmung des Klassikers “Heimat – Eine Lesenacht” in die Rotenburger Kinos…

Die Film-AG hat sich also auch in diesem Jahr nicht nur die Arbeit gemacht, die Lesungen der Lesenacht zu dokumentieren, sondern hat passend zum Jahresausklang daraus einen sehenswerten Kurzfilm geschnitten.

Viel Spaß dabei!

„Heimat“ – Lesenacht am Ratsgymnasium

Es war sicher nicht die am besten besuchte Lesenacht der vergangenen Jahre, aber in vielerlei Hinsicht sicherlich eine der spannendsten, war doch das bereits im letzten Jahr festgelegte Thema „Heimat“ im Angesicht der politischen und gesellschaftlichen Ereignisse der letzten Wochen ungeahnt aufgeladen.

Die von den Lesenden gewählten Annährungen und Auseinandersetzungen trugen dem durchaus Rechnung, waren persönlich und individuell, reflektierend und diskursiv und teils auch humorvoll und einfach unterhaltsam. Lesungen, Kurzvortrage, Performances, Gruppen- und Einzelauftritte, Poetry Slams – die Darbietungsformen waren dabei ebenso mannigfaltig wie die Zugänge zu diesem schwer fassbaren Begriff, „Heimat“. Besonders spannend waren die zahlreichen lyrischen Auseinandersetzungen durch Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs, die nach dem Zufallsprinzip selbstverfasste Heimatgedichte vortrugen und dabei zu interessanten Einblicken in die eigene Weltsicht gewährten. „Heimat – eine Frage der Perspektive“, so das Fazit eines der Nachwuchspoeten. Aber auch Mitglieder der jüngeren Jahrgänge trugen eigene Texte zum Thema vor, teils selbstverfasst, teils von zeitgenössischen oder vergangenen Autoren ersonnen.

In teilweise liebevoll hergerichteten Räumen, zum Beispiel in der von Sigrid Baden-Schirmer und Doris Nickau bereits herbstlich-gemütlich ausstaffierten Bibliothek (Bild: Sigrid Baden Schirmer liest aus Ulla Hahns „Aufbruch“), lasen Schüler und Schülerinnen, Lehrer und Lehrerinnen des Ratsgymnasiums.

Zum Abschluss gelang dann noch ein ungewöhnliches Experiment: Musikalisch angeleitet und am Klavier begleitet von Deutschlehrerin Kerstin Lubkowitz versuchten sich die Anwesenden an der heute aus der Zeit gefallenen Ode an seine Heimat, dem „Rotenburg-Lied“ von Kantor Helmke.

„Der Tod liest mit“ – eine erfolgreiche Lesenacht am Ratsgymnasium Rotenburg

Zum Schluss gab es viel Applaus für eine spannende Lesenacht mit einem nicht ganz astreinen Happy End: Bürgermeister Andreas Weber (Bild) las vor über die nicht immer erfolgreiche Arbeit in der Mordkommission. Er konnte hierbei auf seine eigene Biografie, nämlich die Leitung des Landeskriminalamtes Bremen verweisen, durch die er den Autor Axel Petermann, einen Profiler der Bremer Mordkommission, persönlich kennt.

Das diesjährige Motto – „Der Tod liest mit“ – animierte die Vorlesenden, tief in der Literatur Edgar Alan Poes, Stephen Kings und anderer Größen des fantastischen Schreibens nach den Abgründen menschlichen Denkens und Handelns zu suchen.

Die weiteren prominenten Gäste, die neben Bürgermeister Weber an diesem thematisch recht düsteren Abend lasen, trugen ebenfalls maßgeblich zum Gelingen bei. Neben Landrat Hermann Luttmann, der Kriminalistisches von Ferdinand von Schirach zum Besten gab, breiteten Heiko Kehrstephan vom Hotel Wachtelhof, Dr. Cornelia Mansfeld, Inhaberin der Buchhandlung C.J. Müller, und Michael Schwekendiek, ehemaliger Leiter des Diakonissen-Mutterhauses in Rotenburg, vor Schülern, Eltern, Lehrern und interessierten Rotenburgern ihre Erzählungen aus. Organisator Fabian Sauer, Deutschlehrer am Ratsgymnasium, war besonders zufrieden damit, dass die Rotenburger Ehrengäste sich so zahlreich und engagiert als Vorleser empfahlen.

Ganz besonders gut besucht und mit viel Vorfreude erwartet waren wie in jedem Jahr die Lesungen der Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums, die teils mit eigenen Geschichten für Gänsehaut sorgten, teils zweisprachig magische Texte vortrugen. In mit sehr viel Liebe zum Detail geschmückten Räumen konnten sich die Besucher von den dargebotenen literarischen Welten gefangen nehmen lassen.

Zur Stimmung trugen auch die zahlreichen dem Thema angemessen geschminkten und gekleideten Schülerinnen und Schüler bei, die Lesungen heimsuchten und Gänge durchstreiften. So kam es immer wieder zu überraschenden Begegnungen. Nach viel Spannung und Grusel, nach Krimi, Drama und viel rabenschwarzem Humor konnten die ca. 200 Besucher den Heimweg antreten – sicherlich immer noch ein wenig bewegt vom Gehörten.

Eine rauschende (Lese)Nacht

Einige tanzten quasi über die Buchstaben ihrer selbst gewählten Texte und boten den Besuchern wieder einen Kanon verschiedener Lesequellen und dementsprechender Labung. Unsere jüngsten Schüler der 5m unterhielten ihr Publikum durch spontan zugeworfene Adjektive, die sie in ausgesuchte Texte einsetzten. Die Ergebnisse wurden schallend belacht. Einige Autoren rezitierten ihre eigenen Texte zum facettenreichen Thema Rausch. Das Spektrum der Vorträge reichte von Robert Louis Stevensons Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde bis zur Lyrik von Rainer Maria Rilke. Für gut 90 Prozent der Ratsgymnasiasten scheint das Thema Rausch – vielleicht erfreulicher Weise – kein Aufhänger gewesen zu sein, um die Schule an diesem Abend zu besuchen, obwohl die tolle Unterhaltung von Lennart Picht alias Marc-Uwe Kling und Paul Holzer als Känguru (Foto) sie bestimmt auf den Geschmack und die Känguru-Chroniken gebracht hätte.